DIE ZEIT

Keim der Krise

Die Bundesregierung steht vor einem Dilemma. Sie schlüge sich selber ins Gesicht, ließe sie DDR-Bürger vor die Tür setzen, die in der Bonner Vertretung in Ost-Berlin ausharren, um ihre Ausreise zu erzwingen.

Heiliges Feuer

Der Maestro hat also bitten lassen..........................................................................................

Welttheater

Nach dem zehnten Weltwirtschaftsgipfel, der in der vergangenen Woche in London stattfand, ist nicht mehr sicher, ob diese Veranstaltungen ihrer Aufgabe noch gerecht werden.

Schuß vor den Bug

Dioxin, die Schreckenschemikalie des ausgehenden 20. Jahrhunderts, kommt nicht aus den Schlagzeilen. Anfang nächster Woche könnte, das Ultragift - exakte Bezeichnung: 2,3,7,8-TCDD – ein neues, bislang sehr widerstandsfähiges Opfer fordern: eine Fabrikationsanlage, in der es anfällt.

Zeitspiegel

Die hessischen Grünen benutzten zur Unterzeichnung ihres Kooperationsabkommens mit der SPD einen Grünstift. Mit rot signierte Holger Börner das Manuskript seiner Grundsatzrede für Autogrammjäger.

Worte der Woche

„Es wäre viel besser, der Gipfel würde statt in Downing Street bei Madame Tussaud stattfinden. Die Regierungschefs sind doch nur Wachsfiguren, die nicht daran denken, sich zu rühren, um die Probleme anzupacken.

Kein Grund zur Panik

Der „vergessene Krieg“ rückt näher. Im Persischen Golf brennen Tanker, die westliche Ölversorgung er-scheint gefährdet Weitet sich der iranisch-irakische Konflikt zur Weltkrise aus?

Amerikanische Vorwahlen: Mit Ach und Krach über die Ziellinie

Das Volk bewundert harte Kämpfer, aber es verabscheut Spielverderber", so knurrte der kantige Haudegen der Demokraten und Sprecher des Repräsentantenhauses, Tip O’Neill, als Gary Hart auf dem Capitolhügel das Klima für eine Fortsetzung seiner Wahlkampagne testete.

BONNER BÜHNE: Hilfreiche Stümpereien

Folgt der Bundestag seinem Verteidigungsausschuß, so wird das Parlament Ende dieses Monats über das Verhältnis zwischen Grundrechten und Geheimdienstaktivitäten debattieren.

Kommunist und Demokrat

Eine Woche vor den Europawahlen verlor Italiens skandalerschütterte politische Arena einen Protagonisten: Enrico Berlinguer, KPI-Chef und Wegbereiter des Eurokommunismus, ist einem Gehirnschlag erlegen.

Namibia: Bothas unerwarteter Vorschlag

Botha und sein gleichnamiger Außenminister wurden mit allen äußeren Zeichen der Distanz empfangen. In Bonn verzichtete Helmut Kohl auf den üblichen Händedruck und das Lächeln vor den Fernsehkameras; das Publikum sah dafür, wie das Besuchersofa aus dem Empfangsraum des Kanzlers entfernt wurde.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Die Contadora-Staaten haben ihren Entwurf für einen Friedensvertrag den Regierungen von Nicaragua, El Salvador und Honduras überreicht.

Indien: Sturm auf den Goldenen Tempel

Unter den Leichenbergen wurden auch die von Kugeln durchsiebten Leichen des Separatistenführers Sant Jarnail Singn Bhindranwale und des ehemaligen Führers der Sikh-Studentenschaft, Amrik Singh, gefunden.

Mittelamerika: Die Vernunft auf dem Vormarsch

Seit der Amtseinführung des salvadorensischen Präsidenten Napoleon Duarte sind in Mittelamerika die Fronten in Bewegung geraten – die politischen deutlich sichtbar, die militärischen weniger spektakulär.

Tödlicher Spaß

Flugtag 1984 in Aschaffenburg-Großostheim: 30 Meter über der Landebahn geht ein britischer Senkrechtstarter vom Typ „Harrier“ in Flammen auf.

Wein: Keller des Glücks

Ich hab’ meine Kneipe lieb“, sang mit leicht heiserer Biermannstimme der Hamburger Satiriker Hans Scheibner. Seine Stammkneipe, der Weinkeller Butzirus an der Buschstraße hinter der Hamburger Staatsoper, liegt ihm so sehr am Herzen, das er für sie sogar demonstriert: Seinem Aufruf „Rettet das Butzirus“ waren am Sonntagvormittag trotz Sonnenschein an die hundert „Butziristen“ gefolgt.

Bier: Anwalt aller Zecher

So richtig lachen kann Manfred Kullack über seinen neuen Spitznamen nicht. "J. R. von Billmerich" nennen sie ihn neuerdings, in Anlehnung an den Bösewicht aus der Fernsehserie "Dallas".

Falscher Diakon

Im ZEIT-Magazin Nr. 15 vom 6. April 1984 wurde in einem Bericht unter der Überschrift „Die trotzige Liebe“ behauptet, in einem Dorf mit 1500 Einwohnern zwischen München und Rosenheim – also im Gebiet der Erzdiözese München und Freising sei ein katholischer 27jähriger „ehrenamtlicher Diakon“ tätig, der offen zugibt, in homosexueller Partnerschaft zu leben und der angab, in dieser Sache auch mit dem ehemaligen Erzbischof von München und Freising, Herrn Kenntnis Joseph Ratzinger, gesprochen zu haben.

Negertalsperre: Kein Untergang

Am Montag der vergangenen Woche entschied der 20. Senat des Oberverwaltungsgerichts in Münster, daß die vom Ruhrtalsperrenverein (RTV) geplante Negertalsperre mit einem vorgesehenen Stauinhalt von 45 Millionen Kubikmetern nicht gebaut werden darf.

Spiegelei statt Schnitzel

Die Metallarbeiter in Baden-Württemberg haben gelernt, mit Streik und Aussperrung zu leben

Weltwirtschafisgipfel: Tauschhandel auf höchster Ebene

Der Londoner Weltwirtschaftsgipfel, der zehnte seiner Art, hatte viele Facetten. Er war die Fortsetzung des Wahlkampfes für den amerikanischen Präsidenten mit anderen Mitteln, inszeniert von begabten Regisseuren aus dem Weißen Haus.

Bonner Kulisse

Die Ernennung des westfälischen CDU-Vorsitzenden Kurt Biedenkopf zum Vermittler zwischen den streitenden Tarifparteien des Druckgewerbes hat im weiteren politischen und tariflichen Umfeld gleichermaßen Verwirrung und böses Blut erzeugt.

Unternehmen Coronet

Mit amerikanischer Hilfe will Luxemburg sechzehn TV-Programme für ganz Europa ausstrahlen

Taxi: „Ein Haufen individueller Spinner“

An den Streik für die 35-Stunden-Woche, der die Republik seit Wochen in Atem hält, denkt Günther Schwarz, der Vorsitzende der Union Hamburger Taxenunternehmer, nur mit Schrecken: „Wir fahren meist mehr als sechzig Stunden in der Woche.

Geld wird verplempert

ZEIT: Herr Minister, die Aussage, daß die nächste Steuersenkung die größte in der Geschichte der Bundesrepublik sein werde, stammt zwar nicht von Ihnen, sondern vom Bundeskanzler, aber Sie haben sie unterstützt.

MANAGER UND MÄRKTE

So verbissen Arbeitgeber und Gewerkschaften in den vergangenen Wochen auch um die Verkürzung der Wochenarbeitszeit rangen – hinter den Kulissen ging es oft viel vernünftiger und kooperativer zu, als die harten Worte vermuten ließen, die in der Öffentlichkeit gewechselt wurden.

Der späte Schock

Würzige Waldluft, kristallklare Bergseen – das sind Vorstellungen, wie sie unwillkürdas mit dem Ferienland Schweiz in Verbindung gebracht werden.

Glasfaserverkabelung: Draht in die Zukunft

Das Jahr 1984 bedeutet für uns den Einstieg in eine fortschrittliche Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts“, schwärmte am Jahresbeginn der Leitartikel der japanischen Tageszeitung Mainichi.

Flugbereitschaft: Solange noch Geld da ist

Die drei „Jetstars“ und die sechs „Hansajets“ haben im Laufe der Jahre viel Bonner Prominenz durch die Lüfte transportiert und dabei insgesamt etwa fünfzigtausend Flugstunden hinter sich gebracht.

Schweiz: Schonfrist für Betrüger

Die Schweiz hat ihrem Ruf als sicherer Hort für Steuerdelinquenten wieder einmal Ehre gemacht: Mit hundert zu siebzig Stimmen weigerten sich die Volksvertreter im eidgenössischen Parlament in Bern, einer Gesetzesergänzung zuzustimmen, wonach den übrigen Mitgliedstaaten des Europarats Rechtshilfe in Fällen von Abgabebetrug geleistet werden soll.

Mehr Freude an der Arbeit

Es gab einmal eine Zeit, in der die Deutschen von ihren Nachbarn (und Konkurrenten) als bin fleißiges oder arbeitswütiges Volk betrachtet wurden – je nach Einstellung.

Wie Goethe zu Goethe wurde

Klatsch und Theorie, Dichtung und Wahrheit: K. R. Eisslers Versuch der Rekonstruktion eines Genies

Kurze Betrachtung über Politik und Bauch: Bonner Knöpfe

Der Regierungschef war verstimmt. Zwar hatte er sich auch an diesem Morgen richtig aufs Regieren gefreut – doch dann war sein Blick über die versammelte Regierungsmannschaft gewandert, und schon hatte wieder jemand die gute Laune des Herrschers gründlich gestört.

Im Kino

„Dorado (one way)“ von Reinhard Münster, eine Abschlußarbeit an der Berliner Film- und Fernsehakademie, gedreht mit kleinstem Budget von 27 000 Mark.

Zeitmosaik

„Immer wenn Menschen zu Besuch kamen, wenn Empfänge waren, ging mitten in der Nacht leise die Tür auf, und er stand im Türrahmen, im Spitzennachthemd, und staunte die Menschen an, still beobachtend und todernst.

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