Von RolfDüdder

Brunskappel/Sauerland

Am Montag der vergangenen Woche entschied der 20. Senat des Oberverwaltungsgerichts in Münster, daß die vom Ruhrtalsperrenverein (RTV) geplante Negertalsperre mit einem vorgesehenen Stauinhalt von 45 Millionen Kubikmetern nicht gebaut werden darf. Ihr wäre das mehr als tausend Jahre alte Dorf Brunskappel im Negertal zwischen Winterberg und Olsberg zum Opfer gefallen. Eine Revision wurde nicht zugelassen.

Damit ist eine Auseinandersetzung beendet worden, die mehr als zehn Jahre gedauert hat. Anfang der siebziger Jahre waren die Pläne des Ruhrtalsperrenvereins bekannt geworden, auch im Negertal eine Talsperre zu bauen. Sie sollte bei längeren Trockenperioden oder bei wachsendem Bedarf dazu dienen, der Ruhr auf ihrem 235 Kilometer langen Lauf von Winterberg bis Duisburg das Wasser zuzuführen, das ihr von den Städten im Revier als Trink- oder von der Industrie als Brauchwasser entnommen wird. Am 28. Oktober 1976 beantragte der Ruhrtalsperrenverein beim Regierungspräsidenten in Arnsberg das Planfeststellungsverfahren.