Von Heinz Blüthmann

Nur ein Zufall, aber einer voller Ironie: Just als jetzt die letzten Vorbereitungen an der normannischen Küste für die Vierzig-Jahr-Feier des D-Days liefen, der erfolgreichen Landung der Weltkrieg-II-Alliierten unter Führung amerikanischer Truppen, fiel keine 500 Kilometer landeinwärts die Entscheidung über einen neuen Brückenkopf – glücklicherweise auf einem unblutigen Schlachtfeld, aber wieder stehen Amerikaner an vorderster Front gegen Europäer.

Vordergründiges Ziel der Attacke sind verkrustete Machtstrukturen in der Alten Welt – vor allem in Deutschland und Frankreich: Fernsehen, das einflußreichste Massenmedium, wird dort immer noch vom Staat gegängelt. Die Obrigkeit kontrolliert, welche Programme die Untertanen auf dem heimischen TV-Schirm sehen dürfen.

Das soll bald anders werden, hoffen die Angreifer und setzen dabei auf modernste Technik TV-Satelliten im All Die zugkräftige Parole für die Offensive lautet: Die Bürger sind mündig und können selbst entscheiden, was sie sehen wollen. Doch das Populäre deckt auch handfeste Motive – es winken fette Geschäfte.

Ausgerechnet der politische Zwerg Luxemburg gab das Startsignal zum neuen europäischen Fernsehkampf. Ende Mai verlieh der Premier des Ministaats, Pierre Werner, eine inhaltsschwere Lizenz – das Recht, auf einen Schlag sechzehn Fernsehprogramme per Satellit über ganz Europa abzustrahlen.

Das Explosive dieser Entscheidung ergibt sich aus der Mischung der bisher auszumachenden Details: