Vorsicht, Arzt!

Vier Studentinnen der Medizin aus Münster schickten uns einen Alarmruf. Sie schreiben: Wir haben Angst, in Zukunft krank zu werden und dann von Kollegen unserer Studiengeneration behandelt zu werden. Da auch die neue Studienreform der ärztlichen Ausbildung keine Verbesserung verspricht, bleibt uns nur zu fordern: „Die arztgerechte Patienteriausbildung“.

Sollte unsere Ausbildung nämlich so weiter verlaufen wie bisher, müssen wir zwangsläufig folgende Anforderungen an unsere Patienten stellen:

1. Nehmen Sie Ihrem Arzt die Angst vor Ihnen. Denn schließlich ist er wahrend seiner Ausbildung kaum mit kranken Menschen in Berührung gekommen.

2. Liefern Sie bitte ein nicht zu kompliziertes Beschwerdebild. Das könnte Ihren Arzt, der es nie gelernt hat, übergreifend und kombinierend zu denken, hoffnungslos überfordern.

3. Bringen Sie bitte fünf Diagnosemöglichkeiten mit, die Sie am besten auf einem Zettel in der Reihenfolge A-B-C-D-E auflisten. Denn in Klausuren und Prüfungen ist Ihr Arzt darauf trainiert worden, aus fünf Antwortmöglichkeiten die richtige auszuwählen.

4. Vertrauen Sie Ihrem Amt Denn ihn hat das „Tipperglück“ in seinen Examina nie verlassen. Warum sollte das ausgerechnet bei Ihrer Behandlung der Fall sein?