ZEIT: Herr Becker, Sie verkaufen deutsche und ausländische Neuwagen und sind der bedeutendste Gebrauchtwagenhändler der Bundesrepublik. Wie wirkt sich bei Ihnen der Streik aus?

Becker: Dieser Streik hat sich bei uns schon ausgewirkt, bevor er begann. Seit Ende Februar/-Anfang März registrierten wir eine deutliche Abschwächung der Nachfrage. Damals hat die öffentliche Diskussion über die Forderung der IG Metall nach Einführung der 35-Stunden-Woche begonnen. Und das hat eindeutig zu einer Verunsicherung der Kundschaft geführt.

ZEIT: Gilt diese Abschwächung nur für deutsche Fabrikate, oder sind davon auch Importwagen betroffen?

Becker: Das geht quer durch alle Marken.

ZEIT: Da scheint sich ja der Automarkt als wahres Stimmungsbarometer zu entpuppen.

Becker: Das ist völlig richtig. Der Autokauf ist eine sehr emotionale Entscheidung. Bei allen Krisen seit 1966 ist das Auto immer Vorreiter gewesen, in guten wie in schlechten Zeiten.

ZEIT: Heißt das denn, daß es gar keinen Mangel an Neuwagen gibt, daß Minderproduktion und Mindernachfrage einander ausgleichen?