„Båtluffa“ ist der neueste Touristen-Hit in Schweden. Übersetzt ist das Wort nicht ganz so griffig – es bedeutet „mit dem Boot vagabundieren“, zu einem billigen Pauschalpreis, nach Lust und Laune, im Schärengarten vor Stockholm oder im Inselgürtel der Skagerrakküste.

Das Angebot richtet sich vor allem an junge Leute mit Rucksack, Zelt und wenig Geld. Aber auch verwöhnte Reisende, die einmal Natur pur erleben möchten, soll es locken. Nur 100 Kronen, knapp 34 Mark, kostet „Båtluffarkortet“ (Inter-Skerries Card) in Schwedens Hauptstadt. Zu kaufen in „utflyktsbutiken“ im Sverigehus am Kungsträdgården oder an den Schaltern der Waxholms Ångfartygs AB vor dem Grand Hotel. Sie ist 14 Tage, von der ersten Fahrt an gerechnet, gültig und berechtigt zu beliebig vielen Fahrten auf den 25 Linien der Waxholms-Gesellschaft sowie auf einigen Routen anderer Fährunternehmen. Genaue Auskunft gibt das Gratis-Informations-Paket.

Mit der „luffarkort“ kann man von Landsort im Süden des Archipels bis zum 145 Kilometer weiter nördlich gelegenen Arholma „stromern“. Dazwischen liegen 24 000 Inseln, Schären und Klippen, jedoch zum Teil in Naturschutz- oder militärischen Sperrgebieten. Das englische Informationsblatt nennt die für Ausländer geltenden Einschränkungen.

Hat man das Glück, einen richtigen Schwedensommer zu erleben, genügt der Schlafsack zum Übernachten auf den glatten, sonnenwarmen Felsen. Im Stockholmer Schärengarten, „dem schönsten der Welt“, gibt es aber auch sechs Jugendherbergen und ein Dutzend Hotels und Pensionen. Es empfiehlt sich, den Vagabunden-Paß ein paar Tage vor Antritt der ersten Fahrt zu kaufen, um sich an Hand der Tips vorzubereiten und richtig auszurüsten.

Ein ähnliches Paket-Arrangement gibt es für die Schärenboote zwischen Göteborg und Strömstad nahe der norwegischen Grenze. Auskunft bei den örtlichen Touristenbüros in den Hafenorten der schwedischen Skagerrakküste.

Alphons Schauseil