Von Sibylle Zehle

Gott schütze uns vor Sturm und Wind und Menschen, die keine Camper sind

Aufschrift auf einem Oldenburger Gespann,

Morgens sieht die Baggergrube aus wie ein richtiger Heidesee, voller Schwere noch und Traum und Rätsel; das Wasser wie flüssiges Blei.

Schwalben stürzen aus dem grauen Himmel, sirrend machen sie Jagd auf spinnfüßige Insekten. Die Birken auf den Sandinseln aber wiegen sich weiter wie im Schlaf. Dann und wann fallen Silbertropfen aus ihren Blättern.

Das ist die Stunde, in der kleine Menschengruppen das Waschhaus am Ufer verlassen, sie haben Frotteetücher um den Hals, Kulturbeutel in der Hand oder Badedas-Familienflaschen, und fast alle tragen sie weichfallende Freizeitanzüge. Die Haare feucht, der Atem rein, so verschwinden sie nach und nach im dunklen Hochkiefernwald, und für Sekunden legt sich herbfrische Deowürze auf die Wege.

Dann mischt sich Glockenklang in den Heidewird, ruft das schöne Geläut des Freiburger Münsters zur Andacht am Morgen. Die Tonbandkassette verklingt. Und so wird es Tag im Südsee-Camp, dem „Ferienparadies mit Herz“ in der Lüneburger Heide.