Selbstzensur

Bis an ihr Lebensende wollen mehr als 120 000 amerikanische Regierungsangestellte jede Rede, jeden Artikel und jedes Buch, in denen sie sich mit den Quellen und Methoden bei der Beschaffung geheimer Nachrichten beschäftigen, zur Zensur vorlegen. Dies gaben sie nach einem Bericht des amerikanischen Rechnungshofes ihrem Arbeitgeber schriftlich. Zu Beginn des Jahres 1981 waren alle Angehörigen des öffentlichen Dienstes, die Zugang zu geheimdienstlichen Informationen haben, aufgefordert worden, sich den Zensurmaßnahmen zu unterwerfen. Davon ausgenommen waren lediglich die Mitarbeiter der CIA und der National Security Agency, die ohnehin strikten Sicherheitsüberprüfungen unterliegen. Der Kongreßabgeordnete Jack Brooks, Demokrat aus Texas, nannte den Rechnungshof-Bericht „schockierend und erschreckend“.

Zukunftsschock

Schlechte Zeiten für die traditionellen britischen „Pubs“, die dunkel-rauchigen Kneipen, wo man Dunkelbier verzapft und Nierenpastete verzehrt: Ihr Bierausschank fiel seit 1979 um 12 Prozent. Immer mehr Briten trinken ihr Bier lieber zu Hause oder steigen auf importierten Wein um, der durch die EG billiger wurde. Noch bedrohlicher für das britische Brauchtum: Viele junge Leute bekehren sich zu Lager-Bier und Hamburgern im amerikanisierten Schnellimbiß. Konvertiert ist auch eine presbyterianische Kirche im Bergwerksort Doncaster im Yorkshire, die vor Jahren aus Mangel an Kirchgängern dichtgemacht hatte. Heute ist sie Abend für Abend voll, wiedereröffnet als Pub neuen Typs mit Namen „Camelot’s“. Unter der Orgel steht die Bar, im Kreuzgewölbe spielt Laserlicht, harter Rock ersetzt die Kirchenlieder. Mut zur Zukunft als doppelte Problemlösung für Kirche und Pub?

Noch ein Invasionsjubiläum

Acht Monate nach der Invasion haben sich die Bewohner der Karibikinsel Grenada an die amerikanischen Soldaten gewöhnt – 250 sind noch auf der kleinen Insel stationiert –, an die amerikanischen Hubschrauber, die über ihren Köpfen Patrouille fliegen, und an die Dollars, welche die Besetzer auf Grenada lassen. Die Zustimmung zur Landung von Reagans Truppen ist immer noch sehr hoch, wenn man einer neuen Meinungsumfrage glauben darf: Über 80 Prozent der Grenader sind damit zufrieden, ganze drei Prozent bekennen sich zur Revolutionsbewegung des gestürzten Premiers Maurice Bishop und seiner Mörder Austin und Coard. Über viele Begleiterscheinungen des Machtwechsels aber schimpfen die Grenader. Briefe kommen nach drei Wochen statt wie früher nach drei Tagen an, die staatseigenen Konservenfabriken sind geschlossen, die Staatsfarmen sollen privatisiert werden und harren noch neuer Herren. Grenada hofft auf wirtschaftlichen Aufschwung durch eine Invasion friedlicher Touristen, wenn der bis 1983 von Kubanern gebaute Flughafen eröffnet wird. Das, haben die Amerikaner jetzt angekündigt, soll ausgerechnet am 25. Oktober geschehen, dem Jahrestag der Landung.

Hilfe für Ghana

Die Hilfsorganisation CARE Deutschland e.V. bittet um Spenden, die der medizinischen Versorgung der zwölf Millionen Ghanaer zugutekommen sollen. Medikamente gegen die häufigsten Krankheiten Westafrikas – Malaria, Diphterie und Tuberkulose – sendet CARE nach Ghana; die Organisation will dafür sorgen, daß die Arzneimittel die richtigen Adressaten erreichen und nicht auf dem Schwarzmarkt verschwinden. Spenden unter dem Stichwort „Ghana-Hilfe“ erbittet CARE auf das Sonderkonto 33 33 33 bei allen Banken, der Sparkasse Bonn und dem Postgiroamt Köln.