Auf dem Stuttgarter Europa-Gipfel im Frühsommer 1983 wurde das Paket geschnürt und zum Athener Dezember-Gipfel weitergereicht. Dort wurden die Chefs aus den zehn Mitgliedsländern der Europäischen Gemeinschaft auch nicht damit fertig und schoben es zum vorletzten Gipfeltreffen im März 1984 in Brüssel weiter. Das Kernproblem des Paketinhalts – die dauerhafte Regelung des britischen Beitrags zur gemeinsamen Brüsseler Kasse und die künftige Finanzierung der Gemeinschaft – blieb auch dort ungelöst.

Nun sollten sich die Zehn in Fontainebleau abermals daran versuchen. Ob sie sich diesmal in letzter Stunde zusammenraufen würden, war noch ungewiß, als sie sich trafen. Beamte aus Paris, Bonn und London hatten zwar einen Kompromißplan vorbereitet, der bei Entgegenkommen von Margaret Thatcher und Helmut Kohl zu einer Einigung führen könnte. Aber selbst die Urheber des Plans, die Franzosen, schätzten zu Beginn der Sitzung die Erfolgsaussichten gering ein. Allen zehn fehlt gegenwärtig der Rückenwind der Europa-Begeisterung aus ihren Heimatländern. Vor allem jedoch gebricht es ihnen an neuen Ideen. Nur der Bundeskanzler trug ungebrochenen Optimismus zur Schau, obwohl es kaum einen Grund dafür gibt.

Margaret Thatcher hat während der Vorbereitung des Gipfels einen hohen Europabeamten gefragt, wie lange das Geld in der Brüsseler Kasse noch reiche. Seine Antwort: „Bis Oktober“ quittierte sie mit der schnippischen Bemerkung: „Dann haben wir ja noch Zeit.“ R. H.