Georg Leber hat das in ihn gesetzte Vertrauen gerechtfertigt. Im Arbeitskampf der Metallindustrie hat er einen Schlichtungsvorschlag vorgelegt, der akzeptabel ist.

Vom 1. April 1985 an soll die wöchentliche Arbeitszeit um eineinhalb auf 38,5 Stunden verkürzt werden, und zwar bei vollem Lohnausgleich.

Vom 1. Juli 1984 an soll der Lohn um 3,3 Prozent erhöht werden und für die Zeit vom 1. April 1985 bis 1. April 1986 um zwei Prozent. Die Belastung der Betriebe betrüge dann 1985/86 inklusive Arbeitszeitverkürzung 5,9 Prozent.

Der Leber-Plan mag beiden Seiten weh tun. Doch nach sechs Wochen Streik mit Milliarden-Verlusten für die Wirtschaft und sinkenden Exportchancen für die Bundesrepublik war keine Zeit mehr für dogmatische Wehleidigkeit. Die Forderung an beide Tarifparteien konnte nur heißen: Schluß jetzt! Andernfalls zerbricht der soziale Friede endgültig, zum Schaden für alle. DZ