Frankfurter Museumsufer: Kein Platz für Kontraste

Frankfurt am Main

Der Glückwunsch des Künstlers an die Käufer seines Kunstwerks war verfrüht. „Mit der Nike“, hatte Günther Zamp Kelp von der Gruppe Haus-Rucker-Co erklärt, „mit der fünfzehn Meter hohe Metallplastik, nach dem Vorbild der klassischen Nike von Samothrake geschaffen, darf einstweilen nicht am Main-Ufer Platz nehmen.

Der Grund: Die modernistische Verfremdung der antiken Marmorstatue im Besitz des Pariser Louvre stieß auf Widerspruch in Bürgerkreisen. Der Plan, die überdimensionierte Flächenfigur an ihrem fachwerkartigen Kragarm aus Stahl als Wairzeichen des Museumsufers über den Main ragen zu lassen, blieb an einer großen Koalition von CDU und SPD im Sachsenhäuser Ortsbeirat hängen. Eigentlich hatte sie zur Eröffnung des neuen Architekturmuseums aufgestellt werden sollen, um so nach dem Willen von dessen Leiter, Professor Heinrich Klotz, in der Verbindung von Tradition und Moderne dem Geist der neuen Museen als Sinnbild zu dienen.

Einfach abschieben?

Auch Oberbürgermeister Walter Wallmann hatte Gefallen an der Idee gefunden und die Anstrengungen von Klotz nach Kräften unterstützt, das Kunstwerk, für das sich auch Düsseldorf interessierte, nach Frankfurt zu holen.

Weil es „in diesen nicht leichten Zeiten der Stadt nicht ohne weiteres möglich gewesen wäre, ein solches Zeichen zu setzen“, hatte Wallmann den Computerriesen IBM, in Frankfurt mit seiner größten Niederlassung vertreten, als Mäzen gewonnen.