Die Reinigung von Autoabgasen mit Hilfe eines Katalysators ist eine vergleichsweise alte Technik: Seit mehr als zwanzig Jahren ist das Verfahren bekannt, es geht auf eine deutsche Erfindung zurück. Seit mehr als zehn Jahren werden Katalysatoren in Großserienautos eingebaut. Denn die Abgaswerte, die in Japan und den USA vorgeschrieben sind, lassen sich bis jetzt nur mit Katalysator erreichen. Auch für die deutsche Autoindustrie ist der Katalysator nichts Neues: Jeder nach Japan und in die USA verschiffte Wagen ist mit einem solchen System ausgestattet.

Der Katalysator besteht aus einem ein bis zwei Liter fassenden Metalltopf, der innen mit einem luftdurchlässigen Keramik- und Metallgeflecht, ähnlich einer Bienenwabe, gefüllt ist. Dieses dreidimensionale Sieb ist mit einer Edelmetallegierung beschichtet. Die heißen Abgase strömen durch den Katalysator, die Edelmetalle setzen eine chemische Reaktion in Gang. Das Kohlenmonoxid oxidiert zu Kohlendioxid, Kohlenwasserstoff wird zum Teil in Wasserstoff und Kohlendioxid aufgespaltet, und die Stickoxide werden reduziert.

Damit der Katalysator gut arbeitet, muß er mit möglichst gleichartigen Abgasen durchströmt werden. Da die Zusammensetzung der Abgase aber je nach Motortemperatur, Außentemperatur und Fahrzustand schwanken, muß eine elektronische Steuerung ständig die Motoreinstellung verändern. Dazu mißt eine sogenannte Lambda-Sonde die Abgase und meldet jede Veränderung an einen kleinen Computer, der dann die Einspritzanlage entsprechend korrigiert.

Lambda-Sonde und Katalysator aber vertragen kein Blei. Bleizusätze im Benzin – die dann auch in den Abgasen sind – würden die feinen Kanäle des Katalysators schnell verkleben und wirkungslos machen; auch die Lambda-Sonde kann nicht mehr genau arbeiten, wenn sie mit Blei in Berührung kommt.

Die Abgaszusammensetzung, die für den Katalysator notwendig ist, verlangt außerdem ein Benzin-Luft-Gemisch im Motor, das für den Verbrauch ungünstig ist. Verbrauchssenkende Veränderungen bei niedrigen Drehzahlen sind genausowenig möglich, wie leistungssteigernde Verschiebungen bei vollen Touren. Autos mit Katalysator verbrauchen darum mehr Sprit und leisten weniger als Autos ohne diesen Abgasreiniger.

Katalysator, Lambda-Sonde, neue Auspuffsysteme, elektronische Steuerungen des Motors und Veränderungen am Motor kosten insgesamt zwischen 1200 und 2000 Mark, soviel soll der Kunde deshalb auch mehr zahlen für das Katalysator-Auto. Dazu kommen dann noch die Mehrkosten für den höheren Verbrauch und eventuelle zusätzliche Reperaturen. Denn der Katalysator hält nicht ein Autoleben lang. Nach rund 50 000 Kilomertern ist ein Austausch fällig, schon vorher läßt die Wirkung deutlich nach. Für Techniker ist überdies die katalytische Abgasreinigung kein besonders eleganter Weg, weil dabei zunächst die Abgase zusätzlich verschmutzt werden, um sie dann durch ein Zusatzgerät wieder zu entgiften. dg