Erfolgsautor Michael Ende ("Die unendliche Geschichte") während der Mythos-Konferenz auf Kreta im Frühjahr 1984:

"Ich meine, daß wir in den letzten dreihundert Jahren etwa, oder sagen wir, seit etwa Beginn der Neuzeit – Galilei, Giordano Bruno und später Newton – ausschließlich unseren Blick auf die Erklärbarkeit der Welt gerichtet haben. Vieles war erklärbar, und vieles war auch notwendig zu erklären. Aber die Fähigkeit der Erklärbarkeit und die Fähigkeit des rein rationalen Denkens hat uns ja gerade in den letzten Jahrzehnten in Teufels Küche gebracht.

Der letzte Gipfel der sich selbständig machenden Rationalität ist die Atombombe. Also ein vollkommen irrationales Ergebnis, das uns in eine Gefahr gebracht hat, in der die Menschheit vorher noch nie geschwebt hat.

Daraus resultiert für mich einfach, daß wir ein Gegengewicht schaffen müssen, daß es wieder etwas geben muß, was seinem Wesen nach unerklärbar ist. Das ist kein Rätsel, sondern ein Geheimnis, ein Mysterium. Man kann es erfassen, indem man sich selbst innerlich in diesem Mysterium verwandelt. Man muß sozusagen mit Leib und Seele eintauchen in das Mysterium, um auf eine ganz andere Art zu verstehen, nicht auf eine rationale Art."

(Aus einem Interview für Radio Bremen)