Der Mann, der die Bonner Spendenaffäre ans Licht brachte

Das weiße Schild mit der Aufschrift "Rechtsanwälte Eckhard Brümmer, Klaus Förster und Partner" an der Tür des Hauses Remigiusplatz 5 in Bonn sieht noch neu aus. Es wurde vor nicht allzu langer Zeit erst angebracht, als Steuerfachanwalt Förster mit in die Kanzlei einstieg. Und ein bißchen fehlt dem Neuen auch noch die Routine. Offensichtlich in Eile, bittet er, doch einen Moment Platz zu nehmen. Er müsse dringend noch eben eine Einstweilige Verfügung diktieren.

"Bei mir dauert das alles immer noch etwas länger", entschuldigt er sich, als er ein paar Minuten später wieder auftaucht. Schließlich sei er 20 Jahre aus der Juristerei und der forensischen Praxis raus gewesen. Als er kürzlich erstmals wieder in der Robe im Gerichtssaal stand, da habe er sich genauso unsicher gefühlt wie zu seiner Referendarzeit: "Man kennt die Usancen nicht mehr. Wieviel trägt man vor?" Hinterher sei es "ein schönes Gefühl" gewesen, keinen Fehler gemacht zu haben.

Bis vor gut einem halben Jahr stand Förster noch auf der anderen Seite – als leitender Beamter in der Finanzverwaltung. Jetzt, im Alter von 50 Jahren, hat er noch mal neu angefangen und sieht darin "eine echte Herausforderung". In der Position, die er zuletzt innehatte, als stellvertretender Leiter des Finanzamts Köln-Ost, drohte er zu "versauern": "Ich hatte nichts mehr zu tun, ich war nicht mehr gefördert." Und die restlichen 13 Jahre bis zum Ruhestand nur mit dem Gedanken an die Pension abzusitzen – "dazu ist mir mein Leben zu schade, ich will es leben".

Ein Zufallsfund

Klaus Förster entschloß sich, den Staatsdienst zu quittieren, auch wenn er dabei alle Pensionsansprüche verliert. Eine große Stütze bei diesem Schritt war ihm seine Frau: "Sie hat gesagt: Ich will dich und nicht deine Pension."

Daß der Fachmann für Steuerrecht zuletzt "nichts mehr zu tun" hatte, war ganz im Sinne seiner Vorgesetzten. Für deren Begriffe hatte er als Leiter der Bonner Steuerfahndung schon längst viel zuviel getan. Er war es, der im Herbst 1975 den bisher größten Skandal in der Geschichte der Bundesrepublik ins Rollen brachte: die mittlerweile zum stehenden Begriff gewordene "Parteispendenaffäre". Und wäre es nicht gerade der Steuerfahnder Klaus Förster gewesen mit seiner Hartnäckigkeit und seinem Engagement – wahrscheinlich hätte die unappetitliche Angelegenheit nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt.