Zkampf wird, mehr als alle anderen Arbeitskämpfe in der Geschichte der Bundesrepublik, noch lange nach seinem Ende die Menschen beschäftigen. Denn er hat eine große Zahl von Fragen aufgeworfen - fragen nach taktischen und strategischen Fehlern der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände, der politischen Parteien und vielleicht auch einzelner Mitglieder der Bundesregierung. Doch zunächst zum Ergebnis: Wie beurteilen Sie den Tarifabschluß in der Metallindustrie?

litik aufgeschlagen worden. Das Ergebnis führt in seiner Bedeutung über die Arbeitszeitfrage hinaus, weil sich die Gewerkschaften in eine Kooperation mit den Betrieben eingelassen haben. Und nur auf diese Weise läßt sich die unumgängliche Flexibilität ermöglichen.

Wer glaubt, er könne alles von den Zentralen und mit Hilfe großflächiger Tarifverträge lösen, wird sich m die Sackgasse hineinmanövrieren. Andererseits können wir nicht die Tarifvereinbarungen so auflösen, daß jeder Betrieb macht, was er will, sondern es muß ja noch einen Hauptnenner geben. Diese Balance haben die Tarifparteien unter der sehr verdienstvollen Anleitung von Georg Leber versucht, nämfich, daß die Tarifpartner zwar den Rahmen festlegen, aber im Betrieb auf die besonderen Gegebenheiten Rücksicht genommen werden kann.

Flexibilität braucht eine neue zeitliche Dimension. Wir müssen raus aus dem engen Korsett Wochenarbeitszeit und brauchen längere Bemessungsspielräume. Zugleich aber verlangt Flexibilität eine neue räumliche Dimension: Die Betriebe müssen die Vereinbarungen auf ihre Verhältnisse hin auslegen und anwenden können.

sind enorme Fehler gemacht worden, die für die weitere Zukunft eine Menge Lehrstoff bieten. Gilt das, beispielsweise, auch für das Verhalten des Arbeitgeberverbandes Druck?

Kurt Biedenkopf behandelt haoen, das ist ein Verstoß gegen die Anstandsregeln des sozialen und des tarirpolitischen Verkehrs. Einem Schlichter die Ablehnung seines Vorschlages über die Presse mitzuteilen, läßt jenes Fingerspitzengefühl vermissen, das notwendig ist, wenn es in unserem Sozialstaat noch Konsens geben soll. Konsens erlangt man nicht mit dem Vorschlaghammer. Auch die Arbeitgeber können klüger werden: Sie haben viel zu spät eine Alternative zur Wochenarbeitszeit vorgelegt. Anstöße zur Vorruhestandsregelung kamen erst, als manche Gewerkschaft schon festgelegt war.

Blüm - was empfehlen Sie der IG Metall, der Sie ja angehören, nach dieser Vereinbarung?