Kiel

DIE ZEIT: Sie haben als Vorsitzender eines Schöffengerichts in Kiel erklärt, daß Sie als Wehrstrafrichter vorgesehen seien. Details dürften Sie nicht verraten, wegen der Geheimhaltungspflicht. Harald Kirchner, der zuständige Ministerialdirigent im Bonner Justizministerium, hat uns gesagt, an der geplanten Wehrstrafjustiz sei nichts geheim. Was ist wahr?

Bill: Wahr ist letztlich beides. Einerseits verbirgt das Ministerium die Sachen nicht, sondern gibt sie jedem zur Kenntnis, der sie haben will. Andererseits besteht für mich das Problem, daß ich manche Unterlagen vom Justizministerium, aber auch vom Bundesverteidigungsministerium, als "geheim" klassifiziert bekomme. Dadurch sitze ich immer zwischen zwei Stühlen. Bei gewissen Unterlagen weiß ich nicht einmal, ob sie geheim sind. Und selbst mein Dienstvorgesetzter, Amtsgerichtspräsident Dr. Bubert, ist über diese Sache nicht zu hundert Prozent informiert.

Zugegeben: ein Dilemma. Aber Sie können uns doch sagen, wie Sie sich auf Ihre Tätigkeit als Wehrstrafrichter vorbereitet haben.

Bill: Es beginnt mit einer sogenannten Einführungstagung. Dort wird uns die Tätigkeit, ein wenig näher gebracht, indem man uns über die Organisation der Bundeswehr informiert, indem wir etwas über völkerrechtliche Fragen und über geplante Gesetzesvorhaben hören.

Das war in Ihrem Fall wann?

Bill: Ich glaube, 1974 oder 1975.