Schließlich nimmt er die Spritze zur Hand. Ich drücke den Kopf ans Polster. Plötzlich zwickt J.P. meine Wange. Ein Irrer, durchzuckt es mich und habe den Einstich nicht gespürt. Er injiziert tropfenweise. Ohne Druck. Es gibt keinen Anlaß, "ihm Ellboggen in Lebber zu boxen".

"Fertig", sagt er, "ich bin gleich wieder bei Ihnen." Die Assistentin, in ihrer Eigenschaft als Angstbewältigungshelferin, gleitet heran. Zupft mir das Tuen zurecht. "Ist ja bloß ein kleiner Zahn. Kein Weisheitszahn."

Weisheitszahn! Ich schrecke hoch. Sehe jene Frau vor mir. Ein Jägerhut schmückte ihr Haupt. Sie sagte: "Daß ich hier sitze, verdanke ich meinem Gewicht. Ein Dünner hätte es nicht überlebt. Acht Tage lang habe ich Hühnerbouillon mit dem Strohhalm aufgesogen. Und warum? Weil das Genie den Weisheitszahn nicht rausbekam. Er hatte behauptet, es wäre ein Klacks, ihn zu holen. Einen Schraubenschlüssel mußte er nehmen. Daran erinnerte das Ungetüm, das er mir in den Mund sperrte. Nein, ein Dünner hätte es nicht überlebt..."

J.P. macht die Schmerzunempfindlichkeits-Probe.

"Spüren Sie das?"

"Nein."

"Ich gebe noch einen Tropfen auf den Zahn; keine Spritze, kein Einstich."