Trotz dieser verständlichen Vorsichtsmaßnahme jedoch scheinen die Veranstalter von Indienreisen nicht allzu besorgt zu sein – zumindest, was den Ablauf ihrer Fahrten angeht. Denn bei fast allen steht die Such-Stadt lediglich für einen Tagesabstecher plus Übernachtung auf dem Programm. So sei es, wie die Firma Indo-German mitteilt, "kein Problem", auf einen anderen Ort umzubuchen.

Gelassen sieht auch der Hamburger Studienreiseunternehmer Athena, der freilich erst im Herbst wieder Indientrips anbietet, die Situation. Sollten sich die politischen Verhältnisse in Amritsar bis dahin nicht beruhigt haben, so die Firmenchefin Beate Serrano, werde statt dessen eine andere Stadt in den Reiseablauf eingebaut.

Ähnlich unaufgeregt ist man bei Indoculture Tours. Zwar schickt auch dieser Veranstalter vorerst keine Kunden in die Tempelstadt, er ist indessen sicher, daß Indienreisende, die Amritsar "noch eine Zeitlang meiden, um ihre Sicherheit nicht zu bangen" brauchen. Schließlich sei der Subkontinent ein riesiges Land, dessen Bewohner in anderen Orten von den blutigen Kämpfen im Pandschab auch nur aus Zeitungen erführen.

Marco Polo, Studienreise-Spezialist im hessischen Kronberg, mußte außer etlichen besorgten Anfragen wegen des geänderten Reiseplans auch zwei Stornierungen von enttäuschten Kunden verbuchen. Die Unruhen jedoch könnten genausogut "nur ein Aufhänger" sein. Denn in Amritsar gebe es momentan nicht viel zu sehen, weil der Goldene Tempel ja zerstört sei.

Für die Münchner Studiosus-Reisen, deren nächste Indienrundfahrt am 4. August starten sollte, stellt sich das Problem Amritsar – bis Ende Oktober zumindest – nicht mehr: Die Sommerreise mußte mangels Nachfrage abgesagt werden. B. W.