Das erste staatliche Umschuldungsabkommen mit der hochverschuldeten Volksrepublik Polen gab es schon 1981. Ein Jahr später folgte das zweite, 1983 das dritte. In diesen Tagen ist in London ein neues, mehrere Jahre umfassendes Abkommen der westlichen Gläubigerbanken mit Polen unterzeichnet worden. Es sieht vor, daß 95 Prozent der in den Jahren 1984 bis 1987 fälligen Rückzahlungen für einen Zeitraum umgeschuldet werden, der am 31. Dezember 1993 endet. Die ersten fünf Jahre sind tilgungsfrei. Außerdem stellen die Gläubigerbanken der Volksrepublik neue Kredite zur Finanzierung von Warenlieferungen im Gesamtbetrag von rund 645 Millionen Dollar zur Verfügung.

Endlich ist der jährliche Umschuldungsrhythmus aufgegeben worden. Er war ein Zugeständnis an die amerikanischen Banken. Sie waren der Meinung, auf diese Weise lasse sich der Druck von Jahr zu Jahr variieren. Die Amerikaner haben sich nun doch von den deutschen Banken – an der Spitze die Dresdner Bank – davon überzeugen lassen, daß ein Abkommen über einen längeren Zeitpunkt dem einjährigen vorzuziehen sei. Die Vorbereitungen zu einjährigen Abkommen bringen jedes Jahr neue Unruhe in den Markt, jetzt ist bis 1987 Ruhe – eine kluge Entscheidung. Sie liegt im eigenen Interesse der Gläubiger. R. H.