Kein Geldgeschäft, für dessen diskrete Ausführung Schweizer Bankiers nicht einen Trick fanden. Doch auch in der Schweiz, so mußten Kritiker bis jetzt eingestehen, gibt es Saubermänner, die auf den guten Ruf des Gewerbes bedacht sind. Als einer von ihnen galt der Basler Privatbankier Alfred E. Sarasin, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung. Schließlich hat sein Verband die strengen "Richtlinien über die Sorgfaltspflicht bei der Entgegennahme von Kundengeldern" erlassen. Sarasin persönlich unterzeichnete ein Abkommen, in dem helvetische Bankiers der amerikanischen Börsenaufsicht Hilfe versprachen, sollten amerikanische Finanziers ihr Insiderwissen – zum Beispiel über eine Firmenfusion – mit Schweizer Bankhilfe an der Börse versilbern. Solche Tricks sind in den Vereinigten Staaten verboten, in der Schweiz nur verpönt.

Trotz dieser Versprechen hat sich jetzt ausgerechnet Saubermann Sarasin seine weiße Weste bekleckert: Die US-Börsenaufsicht wirft dem Ableger der Sarasin-Bank, der Zürcher Finanzgesellschaft Ellis vor, an der größten Insider-Spekulation aller Zeiten beteiligt zu sein: Vierzig Millionen Dollar haben amerikanische Ellis-Kunden mit Hilfe von Insiderwissen verdient. Sarasin wäscht seine Hände wenigstens in juristischer Unschuld. Denn eine Finanzgesellschaft ist schließlich keine Bank... fh