Von Thomas von Randow

Sein Lebensweg schien vorgezeichnet. Als Sohn des größten und vermutlich auch erfolgreichsten Autohändlers in Europa sollte Achim Becker Kraftfahrzeuge verkaufen. Das war dem mittleren der drei Auto-Becker-Söhne recht. Denn ein Autonarr war er seit früher Kindheit, und den Beruf des Kaufmanns fand er reizvoll. Er wollte ihn professioneller ausüben als sein berühmter Vater, darum studierte er gegen dessen Willen Betriebswirtschaft, darum reiste er nach bestandenem Examen nach Amerika, um dort bei den ganz Großen der Branche die Praxis zu lernen.

Im Herbst 1976 trat der damals 26jährige in die väterliche Firma ein. Und so wäre es weitergegangen, ein Leben für heiße italienische Flitzer, noble Kutschen aus Großbritannien, amerikanische Straßenschiffe und solide deutsche Kraftfahrzeuge – wenn nicht PET gewesen wäre.

PET tauchte 1977 auf, hierzulande zunächst nur in Zeitschriftenartikeln, ein kleiner Computer für den Hausgebrauch. "Den mußte ich haben", erinnert sich Achim Becker, "koste es, was es wolle. Ich machte mit meinem Wunsch alle Leute verrückt – und war bald der erste Besitzer dieses Mikrocomputers in der Bundesrepublik."

Jetzt begann eine aufregende Zeit für den Düsseldorfer Jungmanager. Achim Becker wurde ein Hacker. Tag und Nacht, vor allem in der Nacht, tippte er auf den winzigen Tasten des kleinen Geräts allerlei Programme. "Das hat mich wahnsinnig fasziniert", gesteht Becker. Dabei war ihm der Umgang mit elektronischer Datenverarbeitung keineswegs fremd.

Becker junior mobilisierte seine amerikanischen Verbindungen, um mit anderen PET-Liebhabern in Kontakt zu kommen. Bald mischten sich beim Posteingang des Düsseldorfer Renommierunternehmens unter die edlen Glanzpapier-Offerten von Alfa Romeo oder Bentley billige, aus schlecht getippten Zettelchen zusammengeheftete Newsletter von PET-Computerclubs aus der Neuen Welt.

Die amerikanische Firma "Commodore", bislang Hersteller von Taschenrechnern, war mit dem Heimcomputer PET in einen Markt gepurzelt, dessen Potential sie selbst dann noch nicht begriffen hatte, als das Unternehmen mit dem schon fast professionellen Nachfolgegerät, "cbm 3032", herauskam.