Der Einstieg in das Büromaschinengeschäft bringt für das Volkswagenwerk immer neuen Ärger: Erst wurde für Triumph-Adler in Nürnberg zuviel Geld bezahlt, dann mußte der Autokonzern auf öffentlichen Druck geplante Betriebsschließungen zurücknehmen, dann häufte die neue Tochtergesellschaft immer neue Verluste auf und nun wird auch noch der erst seit zweieinhalb Jahren amtierende Vorstandsvorsitzende Peter Niedner abgelöst.

Der bisherige Triumph-Adler-Chef geht zwar, wie es in solchen Fällen so schön heißt, "in gegenseitigem Einvernehmen" – das "Einvernehmen" gibt es aber auch über "unterschiedliche Auffassungen über die Schwerpunkte der künftigen Geschäftspolitik".

Niedner muß seinen Stuhl räumen, weil er im Computergeschäft alle Gewinne wieder verspielt hat, die vorher mit Schreibmaschinen mühsam hereingeholt wurden. Darüber hinaus hat ihn wohl auch das strenge Regiment des Aufsichtsratsvorsitzenden – und stellvertretenden VW-Chefs – Horst Münzner letztlich zur Aufgabe gezwungen. Der VW-Konzern, der für Triumph-Adler bis jetzt 1,3 Milliarden Mark ausgegeben hat, übernimmt nun endgültig das Zepter: Als Nachfolger für Niedner wurde gar nicht erst nach einem Elektronik-Fachmann gesucht, sondern gleich Wolfram Nadebusch, bisher für VW in Nigeria zuständig, berufen.

Der neue Mann soll jetzt erreichen, was zwei Fachleute vor ihm nicht geschafft haben: Triumph-Adler aus den roten Zahlen führen. Er übernimmt dabei zwei Hypotheken seiner Vorgänger: Die nach wie vor nicht vollständig bereinigten Strukturprobleme des Unternehmens – bei Triumph-Adler arbeiten zu viele Menschen und das Computerprogramm gilt als zu verzettelt – sowie einen Aufsichtsratsvorsitzenden, der sich noch scheut, auch in das aktive Geschäft einzugreifen.

Horst Münzner hat bei der Hauptversammlung in der vorigen Woche den Triumph-Adler-Aktionären versprochen, daß der VW-Konzern die Sanierung auch zu Ende führen werde. Den Wolfsburger Autobauern bleibt auch gar nichts anderes übrig, denn ohne eine ausgeglichene Bilanz ist für die ungeliebte Tochter überhaupt kein neuer Besitzer zu finden.

Für die Branche ist der Fall Triumph-Adler auch von grundsätzlicher Bedeutung. Denn die Dauermisere dieses Unternehmens zeigt, So meinen Insider, daß die deutsche Industrie nicht so sehr eine Technologie-Lücke in moderner Elektronik zu beklagen hat, als vielmehr eine Management-Lücke. Alle staatlichen Programme und Verbesserungen der sogenannten "Rahmenrichtlinien" aber können dieses Manko – wenn es denn zu konstatieren ist – nicht ausgleichen.

Am Mittwoch dieser Woche hatte die Gewährträgerversammlung und der Verwaltungsrat der Landesbank Rheinland-Pfalz über den Vorschlag zu entscheiden, den 48jährigen Paul Wieandt als Nachfolger von Erwin Sinnwell an die Spitze der Bank zu berufen. Sinnwell war im Zusammenhang mit der DAL-Affäre (siehe Seite 21) von seinem Posten zurückgetreten. Wieandt ist zur Zeit Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Düsseldorf, wo ihm die höheren Weihen auch schon sicher waren: Er galt als Nachfolger des 61jährigen Vorstandsvorsitzenden Fritz Kulins, wenn dieser einmal in den Ruhestand gehen sollte. Wieandt ist Jurist und bei der Düsseldorfer Prinzengarde "Weiß-Blau" ist er General à la suite.