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Selbst im Mutterland der Mikroelektronik, in den USA, lassen sich deutsche Computer-Programme erfolgreich verkaufen. So konnte die MIT Moderne Informationstechnik ihr Lernprogramm an mehrere US-Konzerne absetzen. Western Union, Manufactures Trust Hannover, die Kaufhauskette J. C. Penny und die Chemical Bank werden in Zukunft ihre Mitarbeiter mit Computern und Videorecordern nach den in der Bundesrepublik entwickelten Programmen schulen. MIT ging in die USA, weil ein Kunde sein dortiges Händlernetz mit den in der Bundesrepublik erprobten Lernprogrammen weiterbilden wollte: die Bayerischen Motorenwerke (BMW), die heute nach Angaben von MIT über "das größte interaktive Video-Netzwerk" verfügen.

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Wer neue Kunden gewinnen will, der muß sich etwas einfallen lassen. Nach dieser Devise hat die Telcon-Versicherung aus Hamburg einen "Lady-Tarif" der Vollkasko-Versicherung für Autos eingeführt. Frauen sollen in Zukunft je nach Fahrzeugklasse bis zu fünf Prozent weniger Prämie zahlen als Männer. Zwar sind Frauen häufiger in Unfälle verwickelt als männliche Autofahrer, aber die Schäden sind meist deutlici niedriger. Nach den Erhebungen des HUK-Verbandes gleicht sich das in der Haftpflichtversicherung in etwa aus; nach der Telcon-Statistik sind jedoch die Vollkasko-Schäden so viel niedriger, daß dies eine Prämiensenkung rechtfertigt.

Telcon-Vorstandssprecher Heinz A. Gries sieht zwar die Gefahr, daß in Zukunft mancher Ehemann seinen Wagen auf seine Frau umschreibt, um Prämien zu sparen, glaubt jedoch, daß "das nicht viele sein werden, denn die Herren der Schöpfung sind wohl kaum bereit, für eine solche Prämiensenkung die Herrschaft über ihr Auto abzugeben"; wenn sich dennoch die Umschreibungen häufen sollten, dann wäre das "unser Beitrag zur Emanzipation".

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Was deutsche Manager und Wirtschaftsminister können, das können auch Gewerkschaftsführer: Nach Japan fahren und von dort aus den Lieben daheim die Leviten lesen. Nachdem deutsche Unternehmer und der frühere Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff in Japan auf deutsche Gewerkschaften geschimpft haben, kehrte nun Ernst Breit, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, den Spieß um: Er gab in Tokio dem Management deutscher Firmen die Schuld an mangelnder Konkurrenzfähigkeit. Die Verkürzung der Wochen- und Lebensarbeitszeit in der Bundesrepublik sei keine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der japanischen Konkurrenz, meinte Breit.