Wer Innenminister Friedrich Zimmermann zuhört und davon ausgeht, daß dieser Mann sich durchsetzt, dem muß das Schicksal der Grünen besiegelt erscheinen. Als Umweltschützer ist Zimmermann doch der Größte – jedenfalls nach seiner jüngsten Präsentation des Gesetzentwurfs zur Technischen Anleitung Luft, Teil 3, der die noch ausstehenden Regelungen für Emmissionen behandelt, also jene zulässigen Höchstmengen von Gift, die durch die Schornsteine dürfen. Vorgesehen ist eine ungewöhnliche Verschärfung bei einer ganzen Anzahl von Schadstoffen, von denen solche wie Blei, Cadmium, Quecksilber und Zyanide in letzter Zeit häufig Schlagzeilen machten.

Der Minister erwartet "erhebliche Widerstände der Industrie", die – es klang beinah wie abgesprochen – von einem "überzogenen Regelwerk" sprach. Zimmermann gibt sich dennoch entschlossen, das Regelwerk durchzuziehen, weil die bedrohte Umwelt nichts anderes zuläßt.

Hoffentlich meint er es auch ernst. Die großen Töne zur Reduzierung der Kfz-Schadstoffe und das monatelange Gerangel darum verheißen nichts Gutes. Andererseits braucht Zimmermann Erfolge, die ihm nur sicher sind, wenn er hartnäckig an seinem Entwurf festhält. Aber erst ein Vergleich mit dem Endprodukt wird zeigen, was Zimmermanns Umweltengagement diesmal wert ist. hff