Nun hämen sie gewaltig, all die Stubenhocker, Sabbelbrüder und Schwabbelschwestern, die jeglicher sportlichen Bestätigung abhold sind: Jim Fixx ist tot, der Erfinder des Jogging, einem Herzinfarkt erlegen – ätsch! – beim Jogging. Da sieht man’s doch ... Von wegen: Sport hebt die Gesundheit. Lebensverlängerung – Pustekuchen.

Dieser James F. Fixx war ein amerikanisches Phänomen. Er pappte dem guten alten Dauerlauf ein anderes Etikett auf – und schwuppdich waren eine neue Mode, ein neuer Wirtschaftszweig, ein neues Lebensgefühl geboren. Er übertrieb, als er dem Jogging orgasmische Wirkungen zuschrieb, aber seien wir doch ehrlich: Ohne sein Ballyhoo wären die wenigsten von uns passionierten Joggern jeden Morgen in die Laufschuhe gestiegen, packten wir nicht vor jeder Reise den Trainingsanzug in den Koffer, umrundeten wir nicht eisern, eine verschworene Gemeinschaft mit Logenbrüdergruß, den Central Park in New York oder den Kaiserpalast in Tokio, die Außenalster oder den Gorki-Park – oder auch nur das heimische Wäldchen.

Jim Fixx hat gefunden, was Rilke jedem Menschen wünschte: seinen eigenen Tod. Ziehen wir die Pudelmütze, drehen wir eine zusätzliche Gedächtnisrunde. Wir bleiben Fixxer. Und trösten uns mit der unvergänglichen Überschrift der Sunday Times: "Joggers die fitter" – wir sterben gesunder. Th. S.