Bloß keine Aufregung

Nur nicht den Kopf hängenlassen, auch nicht im Atomkrieg! Die größte Gefahr ist doch die Hoffnungslosigkeit, die Angst, daß das Ende der Welt naht! Mit soviel paradoxer Heiterkeit wird ein 25-Minuten-Fernsehfilm etwa verängstigte Amerikaner aufmuntern, sobald ein sowjetischer Atomschlag nur noch eine Frage der Zeit ist. Der Zeichentrickfilm zeigt eine Familie, die kurz vor der nuklearen Explosion in aller Ruhe die Koffer im Auto verstaut und sich in Richtung auf ein Ausweichquartier jenseits der Stadtgrenze aufmacht. Dazu werden Atombunker beschrieben und Notmaßnahmen in mildem Ton erklärt, und immer wieder fließen Versicherungen ein, "daß wir überleben können, welche Zerstörung auch immer bevorsteht". Den Frohsinn im Angesicht der Apokalypse hatte die "Bundesbehörde für Notfallmaßnanmen" (Federal Emergency Management Agency) in Auftrag gegeben.

Brain Washing

Auch die strengste Geheimhaltung funktioniert nicht mehr – nicht einmal in der Sowjetunion. Man weiß inzwischen Einzelheiten über Andrej Sacharows Situation: Er befindet sich im Hospital in Gorki in einem Sonderraum, den niemand betreten darf, nicht einmal die Angestellten des Krankenhauses. Das für ihn zuständige medizinische Personal ist aus Moskau herangeschafft worden. Zweimal in der Woche kommt Wadim Roshnow, Chef des Instituts für Psychologie und Hypnose, Autor vieler einschlägiger Bücher, mit einem Sonderflugzeug aus Moskau zu ihm – leicht zu erraten, zu welchem Zweck.

Freund oder Feind?

Manchmal kennen die Ausbilder der amerikanischen Armee weder Freund noch Feind, sondern nur Auszubildende. Mit dieser Eigenart haben einige Guerilleros in El Salvador gute Erfahrungen gemacht. Sie hatten sich in die Reihen der Regierungs-Rekruten gepirscht, die von den US-Offizieren an modernen Waffen ausgebildet werden. Die Rebellen trafen im übrigen dabei auf andere Gesinnungsgenossen, die sich so gut getarnt hatten, daß sie zum regulären Militärdienst bei den von ihnen bekämpften Truppen gepreßt worden waren. Ein Guerilla-Führer bedankte sich kürzlich artig bei der amerikanischen Armee für die solide Ausbildung am M-60-Maschinengewehr und in Sachen Aufklärungstaktik. Washington bleibt ein Trost: Sollten die Rebellen eines Tages an die Macht kommen, könnte man ihre unfreiwillige Ausbildung unter Entwicklungshilfe abbuchen.

Goldener Schmuggel

Venezuela importiert jährlich für 30 Millionen Dollar Gold und exportiert für rund 200 Millionen Dollar – freilich illegal. Im schwer zugänglichen Guayana-Gebiet nahe der brasilianischen Grenze, wo Lagerstätten von etwa fünf Millionen Tonnen vermutet werden, tummeln sich Tausende Abenteurer. Illegale Aufkäufer zahlen ihnen etwas über zehntausend Dollar für das Kilo und schmuggeln das Edelmetall in Kleinflugzeugen außer Landes. Die Zahl der geheimen Flugpisten wird auf über fünfzig geschätzt. Der Schmuggel lohnt sich: Nach Abzug aller Unkosten bleiben über 3000 Dollar Gewinn pro Kilo.