Manche Dinge haben nun wirklich nichts miteinander zu tun.

Überall im Lande äußern in den letzten Tagen Berufene und Unberufene Sinnvolles und Unsinniges zu Autoabgasen und Waldsterben; überall werden – widersprüchliche – Patentrezepte zur Entgiftung der Autos ausgeschrieben.

Fast zur gleichen Zeit treffen sich in den weiten Wäldern der Eifel Tausende von Bundesbürgern, um zuzusehen, wie hochgezüchtete Rennwagen möglichst schnell im Kreis herumfahren. Die Fahrer dieser Autos tun alles, um möglichst giftige Abgase auszupusten: Sie rasen mit möglichst hohen Drehzahlen, der Spritverbrauch kümmert sie ebensowenig wie der Schaden, den ihre Abgase – mitten im Wald – anrichten. Beinahe überflüssig zu erwähnen, daß dieses Tun erst durch öffentliche Gelder möglich geworden ist; daß erst siebzig Hektar Wald fallen mußten, um die Rennstrecke, den neuen Nürburgring, zu bauen; daß Politiker diese Rennstrecke auch noch als gute Tat zur Verbesserung der Infrastruktur in diesen einsamen Wäldern feierten. Wie gesagt: Manche Dinge haben nun wirklich nichts miteinander zu tun. dg