Heinz Nixdorf ist 59 Jahre alt und ein Westfale, wie er im Buche steht – groß, eckig, blond, spröde. Anders als ein Hans L. Merkle, ein Eberhard von Kuenheim, ein Wilfried Guth überglänzt er keinen Aufsichtsrat, brilliert er nicht auf internationalen Symposien, und im Fernsehen, schmückt er auch nicht die Parties der Wirtschaftsprominenz an Ruhr, Rhein, Neckar und Isar. Ihm genügt es, seinen Einfluß in der eigenen Firma geltend zu machen – sie liegt an der Pader.

Von anderen Wirtschaftsbossen unterscheidet ihn, daß er nicht Angestellter einer Kapitalgesellschaft ist, sondern Eigentümer-Unternehmer. Herr im eigenen Hause. Als er vor 32 Jahren anfing, hatte er nichts, außer sich selber und seine Talente. Heute beschäftigt der Nixdorf-Konzern 17 500 Mitarbeiter in dreißig Ländern und macht einen Umsatz von 2,7 Milliarden Mark. Als das amerikanische Wirtschaftsmagazin Fortune für seine Juli-Ausgabe die zehn besten Manager Europas auswählte, setzte es den deutschen Computer-Hersteller Heinz Nixdorf auf Platz Nummer eins. Als Inkarnation unternehmerischen Geistes wird der Westfale inzwischen auch in der Bundesrepublik wie eine Primaballerina herumgereicht. Mit seiner Person garantiert er dafür, daß die Bundesrepublik beim Wettkampf der Industrienationen um die technologische Zukunft den Anschluß nicht verloren hat, sondern sogar noch ein interessantes Plätzchen belegen kann.