Was es für sonderbare Spracherneuerungen gibt. Die Platt-Form, ohne die kein Politiker mehr auskommt, heißt "Ich gehe davon aus"; Gebärde erhabener Leere – außen Gips und innen hohl. Unten aber, da gäret es, und Sprachblasen entstehen, deren genauen Ursprung niemand weiß. "Alles palletti" ist die gängige Untergrundformel für o. k.

Aber was heißt es genau, wo kommt das Wort her? Vom Gastarbeiter Antonio Palletti oder der Jeansfirma Palletti, vom General Paletto oder dem Oberschichtmeister Pavletta? Die deutsche Gründlichkeit ließ es nicht ruhen – die "Gesellschaft für deutsche Sprache" (GfdS) schrieb einen Wettbewerb zur Erforschung des Kürzels aus; und siehe, da stellten sich viele Väter und Mütter ein: Transportarbeiter berichteten von der Palettenkriminalität (illegal-lukrativer Verkauf von Europaletten auf Brummi-Parkplätzen); der Lagerarbeiter Emil Schulze hatte von Italienern gehört "Kollegen! Habt ihr Palette?" (für Arbeitsmaterial), und ältere Sissi-Fans wiesen auf die glitzernden Pailletten-Kleider der fünfziger Jahre hin.

Die Samenspender drängten zuhauf – aber unseren Wissenschaftlern, denen reichte es nicht. Da unentschieden blieb, ob der Ausdruck nun "alles klar" bedeutet oder "nichts ist klar", behielten sie schnöde den Wettbewerbspreis ein: alles palletti.

F. J. R.