Die Meldung selbst klingt dürftig: in Mönchengladbach ist ein unter Denkmalschutz stehendes Fachwerkhaus bis auf die Grundmauern abgebrannt. Dahinter verbirgt sich ein Alptraum. Das Haus gehörte Heinz Mack, weltbekannt als Zero-Künstler, und der Brand hat eine Vielzahl seiner Arbeiten vernichtet. Die Rede geht von Millionenwerten. Nur ist in einem solchen Fall der materielle Wert ein Unding: Kunstwerke, wie Mack sie herstellt, sind Einzelstücke, unwiederholbar, und keine noch so hohe Versicherungssumme kann Ersatz für ihre Zerstörung schaffen. In schlechten Nächten werden Künstler, Museumsdirektoren von der Schreckensvision heimgesucht, daß alles, was sich im Atelier stapelt oder an den Wänden hängt, nur noch als durchnäßter Aschenhaufen in einer Brandruine liegt. Und es ist in keinem Fall ein falsches Pathos, wenn man hinzufügt: besonders ein Künstler zöge den eigenen Tod vor.

Hans Platschek