Merkwürdig, daß uns nicht nur die Geschichte genommen wurde, die des Reiches, aus dem Treitschke geistig kam, und die des Nationalstaates, den er politisch wollte. Auch der Umgang mit den Schreibern der Geschichte ist zwiespältig geworden, verlangt Sympathie für das Sehnen und Nachsicht für das Wollen und Verstehen für das Tun. Lieber wäre man Franzose und läse Thiers, oder Engländer und hätte Lord Acton.

Aber dies ist für den, der seiner Geschichte nicht entlaufen will, ja nicht nur sein Verhältnis zu den Chronisten des Gewesenen, sondern auch zu diesem selbst. Wolf Jobst Siedler

Wolf Jobst Siedler, 1955-1963 Feuilletonchef des Berliner Tagesspiegel und jahrelang Leiter der Propyläen- und Ullstein-Verlage, ist Chef des 1983 von ihm gegründeten Siedler-Verlags in Berlin.