Eines muß man Postminister Schwarz-Schilling lassen: Wenn es gilt, seine Kabelpolitik zu loben, dann ist er ein Meister seines Fachs. Kürzlich verkündete er gestützt auf die Ergebnisse einer von ihm bei Allensbach angeforderten Untersuchung – die Akzeptanz des Kabelfernsehens sei überwiegend positiv. Akzeptanz braucht die Post, sollen sich die Kabelmilliarden rentieren. Allensbach-Basis war der Versuch der Post, zusätzliche Programme in vorhandene Netze von sieben Städten – Kiel, Berlin, Hannover, Meschede, Weiden, Ludwigshafen, München – einzuspeisen, um dann zu fragen, was davon zu halten ist. 60 Prozent fanden, die Kosten fürs Kabel lohnten sich, beinahe 80 wollten die neue Vielfalt nicht mehr missen, und fast ebenso viele wollten das Kabel weiterempfehlen. Gibt es einen schöneren Beweis?

Leider ist ein Haken dabei. In den Teststädten mit ihrem potentiellen Millionenpublikum hängen nur 81 500 Haushalte am Kabel. Mithin läßt sich nur etwas über die Akzeptanz dieses kleinen Kreises sagen, der sich schon grundsätzlich fürs Kabel entschied. Deren Akzeptanz kann man nicht auf die Millionen übertragen, die in diesen sieben Städten erst noch entscheiden müssen, ob sie überhaupt einen Anschluß wollen. Wer sich gar nicht erst anschließen läßt, wird zur Akzeptanz nichts aussagen können. Die ministerielle Kabel-Demoskopie ist mit Vorsicht zu genießen. hff