Auf der vorletzten Seite dankt der Photograph seinen Mitarbeitern, sie heißen Rainer, Ernst, Wulf und so weiter, acht Helfern männlichen Geschlechts. Und er dankt dem neunundzwanzigköpfigen Personal, es heißt Amanda, Anne, Clare und so weiter, es ist durchweg weiblichen Geschlechts: lauter junge Frauen, die gehofft hatten, in „ein Männermagazin“ zu gelangen, und nun, „den Kriterien“ nicht genügend, in dieses Buch geraten sind: Jacques Schumacher – Photoedition 6“. Denn der Photograph fand es zu schade, die Mädchen zu knipsen und dann bloß abzulegen, und so „inszenierte er neue Bilder“ mit ihnen, vier Dutzend erotische Szenen, lauter bläulich getönte surreale Arrangements für den Kunst- und Sex-Verbraucher. Die Mädchen figurieren darin wie pantomimische Skulpturen auf Stufen, Tisch und Stuhl, zwischen Kacheln, in Zimmerecken. – Die Photoedition, deren siebenter Band, Joachim Würfel gewidmet, soeben erscheint, hat einen eher stillen Höhepunkt: Der dritte, bei weitem faszinierendste Band gehört Franco Fontana, einem Photographen, der mit der Kamera wie ein Maler mit einem graphischen Blick umgeht und seiner Umwelt Ausschnitte von außerordentlicher formaler und farbiger Kraft abgewinnt (Verlag Photographie, Schaffhausen; 60 S., kart. 32,–, Ln. 52,– DM).

M. S.