Hans Apel hat den Berlinern sechs Mitarbeiter vorgestellt, die er nach einem Wahlsieg im kommenden Frühjahr zu Senatoren machen will.

Seine „Kernmannschaft“ hat Hans Apel, Spitzenkandidat der SPD für die Berliner Abgeordnetenhauswahlen am 10. März 1985, vorgestellt. Er wollte mit diesem Team, das noch keine komplette Senatsmannschaft ist, Berlin nicht „im Stile eines Expeditionskorps“ beglücken, sagte Apel. Nur ein Mitglied dieser Mannschaft, Anke Martiny-Glotz, kommt aus Westdeutschland nach Berlin. Auch die bayerische Bundestagsabgeordnete, die in Apels Team für die Kulturpolitik zuständig sein soll, kennt Berlin. Aber auch aus der Berliner SPD-Abgeordnetenhausfraktion hat sich Apel nur einen Mann ausgewählt: den Landes- und Fraktionsvorsitzenden und früheren Innen- und Bausenator Peter Ulrich.

Für die Deutschland- und Ostpolitik der Apel-Mannschaft soll Klaus Bölling zuständig sein, der unter Helmut Schmidt Bonner Regierungssprecher und zeitweiliger Leiter der Ständigen Vertretung in Ost-Berlin war. Für Soziales, Familie und Jugend soll Ingrid Stahmer, gelernte Sozialarbeiterin und Sozialstadträtin im Berliner Bezirk Charlottenburg, verantwortlich sein; die Gewerkschafterin Marea Wollschläger kümmert sich um die Bereiche Arbeit und Betriebe. Schließlich gehört zu Apels Mannschaft der frühere Asta-Vorsitzende der Freien Universität, Knut Nevermann, Jurist und Bildungsforscher, der sich um Bildung und Wissenschaft kümmern soll. Apel selbst will sich im Wahlkampf der Finanz-, Wirtschafts- und Umweltpolitik annehmen.

Im Falle eines SPD-Sieges im kommenden März will Apel, so versicherte er, weitere Frauen, aber auch „tüchtige Mitglieder der Abgeordnetenhausfraktion“ aufnehmen. Ob auch der frühere Regierende Bürgermeister Dietrich Stobbe und dessen Finanzsenator Klaus Riebschläger, die beide neuen politischen Ehrgeiz entwickeln, wieder den Sprung auf die Führungsebene schaffen, ist noch offen.

Joachim Nawrocki (Berlin)