Auf der Frankfurter Buchmesse erwarten uns wieder einige bestsellerverdächtige Leckerbissen:

Ich bin kein Chaot! (Schreckenberger). Die langerwartete Rechtfertigung des Kanzleramts-Chefs, in der er mit seinem Schulfreund und Protektor Kohl erstaunlich schonungslos umspringt und ihn ganz unverhohlen für den Pannensommer verantwortlich macht.

Auch du kannst es schaffen! (Bangemann). Der künftige(?) FDP-Vorsitzende überrascht mit einem Leitfaden, der vielen Lesern den Glauben an sich selbst zurückgeben könnte, schildert er doch, wie es einem, dem alle geistigen Voraussetzungen dafür fehlen – Untertitel: „Mit nichts in der Hand“ – erstaunlicherweise dennoch gelingt, zu Amt und Würden zu kommen.

Ich verkaufe die Wahrheit (Boenisch). Offenherziges Bekenntnis des Pressechefs, in dem er berichtet, wie er vom Bild-Verkäufer auf Umwegen zum Kohl-Verkäufer wurde. Selbstironisches Fazit: Unterschied – minimal.

Der Korken (Genscher). Freimütig erzählt der dienstälteste Minister, wie ihm das Kunststück gelang – immer oben zu bleiben, wie ein Korken auf dem Wasser. Er gibt sich selbst die besten Chancen, auch noch den Tod seiner Partei zu überleben.

Der Abbau (Blüm). Ohne Umschweife verrät der Arbeitsminister, wie er nach der bekannten Salami-Taktik scheibchenweise die Sozialleistungen abzubauen half und damit die Umverteilung von oben nach unten förderte. „Die wahre Wende – das bin ich!“ bekennt er am Schluß.

Tausendundeine Nacht (Möllemann). In einer reizvollen Mischung aus Dichtung und Wahrheit erzählt der FDP-Politiker auf fast orientalisch ausgeschmückte Weise von seinen arabischen Kontakten. Höhepunkt das Kapitel: „Ich verschleiere nichts!“