Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort“: Man möchte Eichendorffs Vers gern als Motto dieses Buches verstehen, das sich dem Denken hingibt und dem Ort nachspürt, in dem das geschieht: dem Ich, das hier „als architektonisches Phänomen beschrieben“ wird. So entwirft der Architekt Hans Dieter Schaal, der sich schon einige Male als Denk-Zeichner bekanntgemacht hat, nunmehr „Denkgebäude“ – so heißt sein jüngstes Buch. Es ist eine zugleich sinnliche und abstrakte, zu Assoziations-Abenteuern auffordernde Etüde, in welcher Denkvorgänge mit Zitaten aus der Literatur vorgetragen und mit dem Zeichenstift illustriert: nacn-gedacht werden, philosophierende Skizzen vom Ich und der Welt, vom Bewußtsein, von Traum, Mär, Rätsel, vom Bedürfnis nach Religion – nach Er-Klärung. Wer das Buch vor sich hat, ist eingeladen, in den Gedankenbahnhof des Autors einzufahren, das richtige Gleis zu erwischen und die möglichen Unglücke an falsch gestellten Weichen als Ermutigung zu betrachten (Vieweg, Wiesbaden, 1984; 149 Abb., 78 DM).