Großbritanniens Staatsfluglinie British Airways hat sich von massiven Verlusten erholt und sieht der Privatisierung entgegen. Zuvor gilt es allerdings, mit der privates Konkurrenz, vornehmlich mit British Caledonian, einen handfesten Streit um internationale Routenrechte auszufechten. Während sich die Fluglinien mit ganzseitigen Anzeigen in den Zeitungen befehden, putzt sich British Airways heraus wie eine schmucke Braut.

Am 4. Dezember sollen erst die Chefs der Airline in London, dann die hoffentlich staunende Öffentlichkeit eine ganz neue Fluglinie kennenlernen: British Airways (BA) folgt dem Pfad, den schon Linien wie die Lufthansa und die skandinavische SAS eingeschlagen haben: Sie läßt sich ein stilistisches Gesamtkonzept entwerfen, das in allen BA-Dingen erkennbar wiedererscheint.

So wird sich das Äußere der Flugzeuge farblich ebenso ändern wie das Kabineninnere, die Uniformen des Bordpersonals und der Mitarbeiter an den Schaltern. Alle Firmenfahrzeuge, alle Büros mit Publikumsverkehr, die Club-Lounges, die Broschüren und selbst das Briefpapier werden im „new look“ erscheinen.

Das teure Make-up, das von der amerikanischen Spezialfirma Landor Associates aufgetragen wird, ersetzt das Firmengesicht, das Anfang der siebziger Jahre den BA-Jets neue Bemalungen eintrug. Das ganze Vorhaben ist ein teures und zeitraubendes Unterfangen. Mehrere Pläne wurden durchgespielt: Im schnellsten Fall hätten alle Flugzeuge (hier ist der kritische Punkt) binnen eines halben Jahres neu ausgestattet werden können, dann hätte BA aber übergangsweise fremde Jets leasen müssen. Das wurde als zu teuer verworfen. Im normalen Turnus wäre die Luftflotte erst nach fünf Jahren umgerüstet gewesen – zu langwierig, befanden die Manager. Jetzt wird eine Kompromißlösung von zwei Jahren angepeilt.

Wie das neue Firmenbild aussehen und von welchen Grundfarben es geprägt sein soll, ist noch ein eisern gehütetes Geheimnis. Diskussionen gibt es unter den traditionsbewußten Briten aber schon, ob „Speedbird“, das eckige Vogelsymbol der britischen Linie aus den Tagen der Vorgängerin „Imperial Airways“, dem neuen Bild weichen muß. K.V.