Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) in Berlin, der Entwicklungshelfer für die Dritte Welt ausbildet und betreut, soll stärker an die politischen Absichten der Bundesregierung gebunden werden. Volkmar Köhler, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, warf dem DED vor, er habe die eigenen Grundsätze wichtiger genommen als die entwicklungspolitischen Leitlinien aus Bonn. Der Geschäftsführer des DED, Herbert Sahlmann, dessen Ablösung Köhler fordert, weist die Vorwürfe zurück.

ZEIT: Der DED ist ins Schußfeuer der Kritik von Zeitungen und Politikern geraten. Hat Sie das überrascht?

Sahlmann: Form und Gestaltung der Kritik haben Mitarbeiter und Geschäftsleitung überrascht, weil wir kurz vorher eine offene Aussprache über kritische Fragen hatten, die das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) an den DED gestellt hatte. Dabei sind die politischen Vorwürfe, wie sie dann in der Öffentlichkeit geäußert wurden, nicht vorgebracht worden.

ZEIT: Staatssekretär Köhler vom BMZ beruft sich bei seiner Kritik unter anderem auf eine Studie des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, in der es heiße: „Der DED verhält sich nur noch formal als Mandator des Zuwenders Bund.“ Wie stehen Sie dazu?

Sahlmann: Zunächst ist die Kritik, die zitiert wird, nicht vom Institut selbst vorgetragen worden, sondern es wurden lediglich die auf politischer Ebene genannten Kritikpunkte als Einstieg in den Bericht pointiert zusammengefaßt. Selbstverständlich hält der DED sich an den Gesellschaftsvertrag und selbstverständlich auch an alle Auflagen, die die Zuwendungen der Bundesregierung an den DED beinhalten.

ZEIT: Es heißt, daß die Auswahl der Mitarbeiter weniger nach fachlichen als nach parteipolitischen Kriterien erfolge. Worauf beruht solche Kritik?

Sahlmann: Grundsätzlich wählen wir fachlich qualifizierte und persönlich geeignete Bewerber aus: Voraussetzung sind eine abgeschlossene Berufsausbildung, mindestens zweijährige Berufserfahrung, aber auch soziales Engagement, um in einer fremden Kultur eine verantwortungsvolle Aufgabe erfolgreich leisten zu können. In den letzten zehn Jahren erhielten wir nur rund 50 Beschwerden von abgelehnten Bewerbern; davon äußerten höchstens 15 den Verdacht politisch motivierter Auswahl. Seit dem 1. Oktober 1983 ist unseres Wissens keine einzige schriftliche Beschwerde über das Auswahlverfahren an das BMZ gerichtet worden. Dabei werden jährlich tausend Bewerber zur Auswahl eingeladen, davon werden etwa 400 als geeignet akzeptiert; rund 300 gehen dann mit uns in die Entwicklungsländer.