Anfang August hat die israelische Regierung neue Gesetze für den Flugverkehr erlassen. Die Charter-Gesellschaften probten den Aufstand. Das Ergebnis: Ärger und Unruhe bei den Touristen.

Die israelische Charter-Firma „Arkia“ hat jüngst eine Gruppe deutscher Israel-Touristen auf eine sonderbare Pilgerfahrt geschickt. Ohne Vorwarnung, ohne jegliche Erklärung wurden die Urlauber, die am Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv auf ihren Heimflug nach Frankfurt warteten, mitten in der Nacht in einen Bus verfrachtet und zum 75 Kilometer entfernten Atarot-Airport von Jerusalem transportiert. Von dort ging es wieder zurück zum Ben Gurion – freilich im Flugzeug.

Der Zweck des sinnlosen Hin und Hers: „Arkia“ wollte den neuen Luftfahrt-Gesetzen ein Schnippchen schlagen, die von der israelischen Regierung am 1. August in Kraft gesetzt wurden. Danach dürfen ausländische Touristen und Israelis nur dann gemeinsam in einer Charter-Maschine transportiert werden, wenn sich diese vom Flughafen Atarot in die Lüfte hebt.

Innerhalb Israels haben nur Atarot und Eilat durch die neuen Vorschriften den Status eines „Off-line“-Flughafens bekommen. Das bedeutet, daß die Charter-Unternehmen nur mehr von diesen beiden Start- und Landeplätzen aus frei operieren können. Alle anderen israelischen Flughäfen sind „Online“, Domänen der staatlichen Linie El AI, und als solche mit einer Reihe von Beschränkungen für die private Konkurrenz ausgestattet.

Eine der Vorschriften, die verhindern sollen, daß Linie und Charter sich ins Gehege kommen, ist das „Misch-Verbot“ auf „Online“-Häfen. Dieser Klausel wegen dürfen Charter-Firmen ihre freien Kapazitäten nicht mehr mit israelischen Einzelreisenden auslasten, es sei denn, sie machen einen umständlichen, den Fluggästen kaum zumutbaren Schlenker – wie „Arkia“ von Ben Gurion nach Atarot.

„Arkias“ Aufstand gegen das Misch-Verbot ist glücklicherweise ein Einzelfall geblieben. Andere Gesellschaften – beispielsweise die britische „Monarch Airlines“ – beließen es bisher bei Drohungen, daß sie in diesem Winter eine Reihe von Charterflügen ins „Heilige Land“ stornieren werden.

Die Fachzeitschrift Israel Travel News indes hält das Gezeter der Charter-Unternehmen für übertrieben, „Arkias“ Aufmüpfigkeit gar für ein höchst überflüssiges Spektakel. Das Blatt berichtet, daß die drei einheimischen Charter-Firmen, „Arkia“, „Mäof“ und „Sun D’Or“ in der Regel ausgelastet sind.