Vor der Bundespressekonferenz in Bonn erklärte Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann:

„Der Bundesverkehrsminister, der Bundesfinanzminister und der Bundesinnenminister sind übereinstimmend der Meinung, daß zur Einführung eines Tempolimits gegenwärtig kein Anlaß besteht. Ich möchte ein paar Zahlen nennen:

Das Straßennetz der Bundesrepublik Deutschland beträgt 460 000 Kilometer, alle Straßen. Auf 454 000 Kilometern gibt es Geschwindigkeitsbegrenzungen, 30, 40, 50, 60, 70, 80 Kilometer pro Stunde. Bei allen Staats- und Landstraßen 100 Kilometer pro Stunde. Nur die Autobahnen sind ausgenommen, aber auch nicht alle. Das Autobahnnetz beträgt 8000 Kilometer. Auf 2000 Kilometer Autobahnnetz gibt es Geschwindigkeitsbeschränkungen. Das heißt, von 460 000 Straßenkilometern gibt es auf 6000 keine.

Alle bisher angestellten Untersuchungen ... haben nicht alle in Europa fahrenden Fahrzeuge, Klassen, Modelle, Motoren unter allen denkbaren Fahrkonditionen geprüft ... Nur so kann man feststellen, unter welchen Bedingungen wieviel Kraftstoff eingespart oder mehr verbraucht wird. Deswegen schwanken die bisher erzielten Werte so beträchtlich. Sie gehen von drei bis neun Prozent. Und einige Illusionisten – ich weiß nicht, woher sie diese Zahlen haben – sagen zwanzig Prozent. Nichts davon ist reell.

Im Gegenteil. Die Bundesregierung glaubt, daß die Verkehrsströme in der Bundesrepublik Deutschland gar nicht mehr laufen würden, wenn wir auch auf Autobahnen eine Geschwindigkeitsbeschränkung einführen würden. Die Messungen des Verkehrsministers haben gezeigt, daß auf den deutschen Autobahnen im Schnitt – und das ist maßgebend – zwischen 110 und 120 Kilometer pro Stunde gefahren wird.“