Die eigentliche Story (in eine Rahmengeschichte verschachtelt) erzählt von Katy, die mit ihrem Vater und Kater Earl am Meer wohnt. Die Wochenend-Besuche bei der geschiedenen Mutter sind freundliches Ritual, keine Tragödie. Katy hat sich mit der elterlichen Trennung abgefunden. Sie liebt den Vater. Und der liebt sie.

In diesen Frieden platzen Mary (Vaters rothaarige Freundin), der Sohn Sean und Scruff, ein Bastardhündchen. Keiner von den dreien gefällt Katy. Instinktiv wehrt sie die Eindringlinge ab.

Das Trio geht Katy gräßlich auf den Geist. Sie sagt dem Vater, daß sie leidet wie ein Hund. Dieser Vater, ein sympathischer Softy, nimmt Rücksicht auf das altkluge, ein bißchen verstörte Kind, und damit sind die drei lustigen, lännspendenden Chaoten raus aus dem stillen Haus. Weil dieses Bilderbuch (liebenswert und unaufdringlich) einen erzieherischen Hintergedanken hat, endet die Story nicht mit Katys störrischer Zickerei.

Browne, ein versierter Photorealist, versteht die Tricks surrealer Andeutung, versteckt in den bunten Szenarien wunderbaren Blödsinn.

Ein übermütiges, witziges Buch, das auf ganz unnachahmlich englische Manier Heiterkeit und Ernst verbinden kann. Und ein leicht hingetupftes Happy-End: Die spröde kleine Katy, die in ihrem dunkelblauen Schulkleidchen wie die triste Kopie einer traurigen alten Jungfer aussieht, kapiert, daß ein vergnügtes Quintett sehr viel schöner ist als das Behelfs-Idyll mit einem frustrierten Vater. Ute Blaich