Bayern ist wohl die an Sehenswertem nächste und deshalb mit weitem Abstand von Touristen meistbesuchte Region der Bundesrepublik Deutschland“, schreibt Autor Hans-Georg Ungefug im Vorwort des Bandes

„Bayern“, Die Blauen Führer Regional; München 1984; 231 Seiten; 24,80 Mark.

Die vielen Sehenswürdigkeiten in einem Reiseführer knapp und dennoch ausführlich genug zu beschreiben, ist gewiß ein Problem; die Idee, erst ein paar Routen durchs Land vorzustellen und dann den Hauptteil mit Ortsbeschreibungen folgen zu lassen, nicht schlecht. Die Ortsbeschreibungen sind spartanisch knappgehalten, für ausschmückende Worte fehlt meist der Platz, für Superlative allerdings nicht, auch nicht für eine Menge Fakten, die sachlich und informativ im Lexikonstil aufgelistet sind. Dagegen ist nichts einzuwenden. Zwei Einwände dennoch gegen das Buch.

Erstens: Die Routen sind sehr kurz beschrieben. Für ein paar Anmerkungen zur Landschaft: hätte der Raum schon reichen sollen. Oder ist Bayern so „unbeschreiblich“ schön? Im Blauen Führer ist gerade einmal eine Strecke „hübsch“ oder „sehenswert“, das meiste ist „landschaftlich reizvoll“. Das scheint der Lieblingsausdruck des Autors zu sein. Sehr deskriptiv ist dieses Wort allerdings nicht.

Zweitens: Bei den Ortsbeschreibungen werden nur diejenigen Städte oder Dörfer erwähnt, die von den Routen tangiert werden. Bedauerlich also, daß einiges auf der Strecke bleibt: Rottach-Egern und Bad Wiessee zum Beispiel, zwei doch recht prominente Ferienorte; Hindelang, das nicht nur ein renommierter Kurort ist, sondern auch ein paar beachtliche Sehenswürdigkeiten hat wie den Altar von Jörg Lederer im Ortsteil Bad Oberndorf; Waldkraiburg, zugegeben kein Juwel unter den oberbayerischen Städten, aber eine nicht ganz unbedeutende Industriestadt mit 23 000 Einwohnern. Auch Bad Kissingen oder Bad Stehen bleiben außen vor.