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Der Vorstand der Deutschen Lufthansa wurde sanft gemahnt. „Ich hoffe natürlich auch“, sagte Martin Grüner, parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, vor der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt in Hamburg, „daß der so oft angesprochene Airbus A 320 nicht nur in den Hamburger Produktionsstätten zu finden ist, sondern auch im hiesigen Service-Zentrum der Lufthansa.“ Die Bundesregierung hoffe, nicht mehr lange warten zu müssen, „bis, der Rechenstift der Lufthansa zu quietschen beginnt“.

Reinhard Abraham, Technik-Chef der Lufthansa, kündigte eine Entscheidung „im ersten Halbjahr 1985“ an. Die Lufthansa werde dem Airbus „den Vorzug geben“, wenn kein besseres Flugzeug auf dem Markt ist.

Der mit 150 Sitzen ausgestattete Airbus A 320 wird 1988 auf den Markt kommen. Bonn unterstützt seine Entwicklung durch das europäische Gemeinschaftsunternehmen Airbus Industrie mit Regierungsdarlehen.

Vom deutschen Kartellamt wird es abhängen, ob eine internationale Elefanten-Hochzeit stattfinden kann: Für drei Milliarden Dollar (rund neun Milliarden Mark) will der Schweizer Nahrungsmittel-Multi Nestlé den amerikanischen Kondensmilch-Hersteller Carnation schlucken.

In der Bundesrepublik könnte Nestlé zusammen mit den Carnation-Tochterunternehmen Glücksklee und Lünebest eine marktbeherrschende Stellung bei Kondensmilch und Joghurt erlangen.

Bereits heute kontrolliert Nestlé mit „Allgäuer Alpenmilch“ rund dreißig Prozent des deutschen Kondensmilch-Marktes. Zusammen mit Glücksklee käme der Konzern auf gut 38 Prozent.