Astronomie

/ Von Hinrich Bäsemann

Wer da glaubt, fußballfeldgroße Radioteleskope oder im Sonnensystem vagabundierende Weltraumsonden hätten die letzten Geheimnisse des Alls enträtselt, der hat sich gründlich getäuscht. Mit jedem Problem, das die Wissenschaftler für erledigt hielten, öffneten sich unweigerlich viele weitere Fragen. Niemand ist mehr in der Lage, das Universum der Erkenntnisse zu überschauen; schon gar nicht der gute alte Astronom, der seine Nächte am Fernrohr verbringt.

Andere naturwissenschaftliche Disziplinen haben sich der himmlischen Regionen angenommen. Astrophysiker werfen mit neuartigen Teleskopen in allen möglichen Abschnitten des Spektrums der elektromagnetischen Wellen Blicke ins All, die den herkömmlichen Sternguckern verwehrt waren. Und sie rekonstruieren aus den Signalen die Jahrmilliarden alte Geschichte unserer Welt. Atomphysiker verfolgen die Entwicklung der Einzelsterne, beschreiben den Ablauf der atomaren Brennprozesse. Die Zusammensetzung der Planetenatmosphären hat es den Chemikern angetan, während Geologen am inneren Aufbau der Sonnenbegleiter interessiert sind.

Die im doppelten Wortsinn astronomische Wissensexplosion der letzten Jahrzehnte bleibt zum Glück nicht auf den Elfenbeinturm der Fachpublikationen beschränkt: Wissenschaftspublizisten, darunter erstaunlich viele Berufsastronomen, haben sowohl für den unbedarften Anfänger als auch für den motivierten Amateurastronomen zur Feder gegriffen.

Die große Zahl der Neuerscheinungen zwingt allerdings zum Sortieren. Eine Gruppe von Büchern bietet einen generellen Überblick über die Astronomie und ihre Erkenntnisse. Die zweite Gruppe beschränkt sich auf das Sonnensystem.

Rote Riesen, Schwarze Löcher und Weiße Zwerge sind nur einige Schlagworte aus einem Kosmos, der nichts mehr gemein hat mit den mittelalterlichen Vorstellungen kristalliner Sphären. Das Universum ist dynamisch, turbulent und voller unerwarteter Gebilde.