Warum sind Blüten bunt gefärbt? Warum wird Haar grau? Warum ist das Meerwasser salzig, warum haben Igel Stacheln, und warum gibt es im Zirkus Clowns? Wie macht Seife sauber, wie fließt Strom durch Draht, wie stellen Bienen Honig her, und wie entstehen eigentlich Zwillinge?

Welcher Vater, welche Mutter sind noch nie mit ähnlichen Fragen aus neugierigen Kindermündern konfrontiert worden und mußten schnell vom Nimbus der Allwissenheit Abschied nehmen? Wem solche Situationen peinlich sind, dem kann geholfen werden. Der Hamburger Tessloff-Verlag, bekannt für seine Bemühungen, Wissenswertes leicht verständlich unter die Leute zu bringen, hat jetzt die ersten Bände einer neuen Serie herausgebracht, die in kurzen Artikelchen solche Fragen aus den Gebieten Natur, Erde, Technik, Sport und Kunst beantworten –

„,Gewußt wie‘ und ‚Gewußt warum‘ – Das neue Nachschlagewerk für junge Leser“; Verlag Tessloff, Hamburg; pro Band 126 S., 29,80 DM.

Weitere vier Bände werden im Laufe der nächsten Zeit erscheinen und sich mit Was, Wann, Wo und Wer beschäftigen. Jedes Buch behandelt etwa 300 Fragen, die nach Sachgebieten geordnet sind und lobenswerterweise zusätzlich durch ein Register erschlossen werden. Mitunter geht die Antwort allerdings etwas an der Frage vorbei: „Warum gibt es Pflanzen ohne Blüten?“, wird nicht durch deren entwicklungsgeschichtlich höheres Alter erklärt; statt dessen erfährt der Leser Einzelheiten über die Fortpflanzung der Moose und Farne. Wenig befriedigt auch der Artikel zur Frage: Warum konnte Kaiser Karl V. sagen „In meinem Reich geht die Sonne nicht unter?“ Der Beitrag enthält einige Sätze über die spanischen Kolonien in der Neuen Welt, aber die richtige Erklärung (weil nämlich Karl V. als König von Spanien nicht nur in Amerika, sondern auch im Pazifik Kolonien besaß, so daß über einem Teil seines weltweiten Herrschaftsbereiches immer gerade Tag war) steht nicht darin.

Eigentliche Fehler dagegen sind selten. Ein gravierender findet sich allerdings auf Seite 70 im „Warum“-Buch: Der blaue Himmel der Erde rührt nicht daher, daß Staub den blauen Anteil des Lichts reflektiert, sondern weil die Luftmoleküle die blauen Spektral-Teile des Sonnenlichts stärker streuen als die roten.

Dennoch: Insgesamt sind diese Bücher eine nützliche Anschaffung für Eltern von neugierigen Kindern – und für neugierige Eltern.

Die Tierwelt der Erde ist im Schwinden. Pro Stunde wird zur Zeit eine Art ausgerottet, geht auf Nimmerwiedersehen verloren. Schuld daran ist die zunehmende Vergiftung der Umwelt, vor allem aber die Zerstörung der Lebensräume: Urwälder werden abgeholzt, Flüsse und Seen mit Chemie-Abfällen verpestet, Naturlandschaften zubetoniert, Steppen umgepflügt oder in Weideland für Rinderherden umgewandelt, die Meere leergefischt. Wer ermessen will, welche Schätze der Erde wir hier mutwillig zerstören, sollte rechtzeitig einen Blick in ein Tierbuch getan haben – und daran denken, daß es bald nur noch von historischem Wert sein wird.