Siebzig Milliarden Mark hat der Steuerzahler bisher für die Opfer der Nazi Verbrechen aufgebracht Diese imposante Leistung der Bundesrepublik erfüllt manchen der Gründergeneration mit Stolz.

Die Praxis freilich war kein moralisches Ruhmesstück. Verfolgte wurden zujlittstellern, m Unglaubwürdigen, zu Unwürdigen erniedrigt.

Viele gingen leer aus.

Ein Sühneanwalt fragte 1952: " Was soll man machen, wenn ein ganzes Volk bockt?" Eine Bilanz von Dörte von Westemhagen __" m Jahre 1943, als die deutschen Truppen noch in Südrußland und Nordafrika stanI den, und in den Vernichtungslagern der SS der industrielle Mord verübt wurde, haben emigrierte jüdische Juristen in New York H und Tel Aviv die ersten Konzepte zur Wie_JL dergutmachung ausgearbeitet. Dieser Tage, knapp 40 Jahre nach der deutschen Kapitulation, endet der Versuch, das massenhaft begangene Staatsunrecht finanziell zu sühnen.

Zwar werden die Entschädigungsämter noch bis ins dritte Jahrtausend hinein Heilverfuhren genehmigen und Renten auszahlen. Im Recht der Wiedergutmachung ist die Entwicklung jedoch abgeschlossen. Schon 1981 hat die Fachzeitschrift scheinen eingestellt, weil es für den Entschädigungssenat des Bundesgerichtshofs keine neuen Rechtsfragen mehr zu entscheiden gab.

Im Berliner Amt für Rückerstattung sind von den ursprünglich 200 Beschäftigten nur noch sechs vonnöten. Der erste Jahrgang von 900 000 Rückerstattungsakten ist in den Reißwolf gekommen. Das Bundesfinanzministerium gibt derzeit zusammen mit Walter Schwarz, der auch die 32 Jahrgänge der Fachzeitschrift edierte, eine auf sechs dickleibige Bände geplante DarsteUifag Jbejfc # aus, um dieses Stück deutscher Geschichte "für die kommenden Generatbne festzuhalten. Wiedergutmachung, betrachtet 1984: Was ist daraus geworden?

Wiedergutmachung war ein Programmpunkt der Alliierten, vor allem der Amerikaner. Jedoch keine der Siegermächte brachte beim Einmarsch nach Deutschland ein Konzept mit. Dessen Umrisse wurden bis 1949 wenigstens sichtbar, nachdem sich zwischen Amerikanern und ein paar moralisch engagierten deutschen Juristen eine Zusammenarbeit angesponnen hatte.