Trotz schlechter Gewinnerwartungen für 1984 wächst bei den mittleren bundesdeutschen Unternehmen die Investitionsbereitschaft. Nach einer von der Kreditschutzorganisation Verband der Vereine Creditreform veröffentlichten Befragung wollen 60 Prozent innerhalb der nächsten sechs Monate Investitionen tätigen – fünf Prozent mehr als 1983. Beschäftigungspolitische Impulse sind derzeit von den meisten mittelständischen Unternehmen nicht zu erwarten.

Die Umsätze des deutschen Großhandels stagnieren. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden wurde im August dieses Jahres mit 64 Milliarden Mark nur ein Prozent mehr umgesetzt als 1983. Nach Abzug der Preissteigerungen ergibt sich sogar ein Umsatzrückgang von 0,2 Prozent. In den ersten acht Monaten 1984 lagen die Großhandelsumsätze mit 526 Milliarden Mark real drei Prozent höher als vor einem Jahr.

Das Leistungsbilanzdefizit der Bundesrepublik hat sich im August 1984 auf 1,3 Milliarden Mark ausgeweitet. Im Juli lag der Negativsaldo noch bei 0,3 Milliarden Mark. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden hatte das Defizit im August 1983 allerdings noch 2,2 Milliarden Mark betragen. Für den Zeitraum Januar bis August 1984 weist die Leistungsbilanz damit einen Fehlbetrag von 100 Millionen Mark aus. Dem steht ein Überschuß von 1,2 Milliarden Mark zur Vorjahreszeit gegenüber. In der Handelsbilanz wurde für Januar bis August 1984 ein Überschuß von 26,8 Milliarden Mark erzielt – wie schon im entsprechenden Zeitraum 1983.

Die Lebenshaltungskosten steigen immer langsamer: Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden betrug der Preisanstieg im September gegenüber dem Vorjahresmonat nur 1,6 Prozent. Im August hatte die Jahresteuerungsrate noch bei 1,7 Prozent gelegen. bm