Wer die blumigen Interpretationen der wortführenden Unionspolitiker ungefiltert auf sich wirken läßt, könnte den Eindruck gewinnen, alles werde am Ende harmonisch und bestens geregelt. Norbert Blüm jedenfalls, der Arbeitsminister, pries vor dem Bundesrat lang und breit die Gemeinsamkeiten zwischen seinem eigenen Gesetzentwurf zur Neuregelung der Krankenhausfinanzen und dem konkurrierenden Konzept der Unionsländer. Seine Kollegin und Parteifreundin, die baden-württembergische Arbeitsministerin Barbara Schäfer, sprach zuversichtlich von ausreichendem Kompromißspielraum zwischen den unterschiedlichen Vorstellungen.

Norbert Blüm und Barbara Schäfer werden insgeheim aber nicht daran zweifeln, daß der Kern des Blüm’schen Entwurfs die Kompromißsuche zwischen Bund und Ländern nicht überleben wird: die geplante Möglichkeit der Krankenkassen, Versorgungsverträge mit solchen Kliniken abzulehnen, die ihnen zu teuer oder gar überflüssig erscheinen. Ohne diese Regel aber werden unnötige Betten in den Hospitälern nicht abgebaut.

Von der Hoffnung auf Kostendämpfung im Krankenhaus bleibt da nicht viel, und Norbert Blüm wird einen Grund weniger haben, sich für einen erfolgreichen Sozialminister zu halten, wge