Betrugsfälle hat es in der Europäischen Gemeinschaft (EG) schon immer gegeben. In der Regel waren es pfiffige Einzeltäter, die sich das Gemeinschaftsrecht zu eigenen Gunsten zurechtgebogen haben: in Dänemark mit Buttercremetorten, die nur aus subventionierter Konditoreibutter bestanden; in Italien mit der Öllagerhaltung.

Lange ist niemand auf die Idee gekommen, daß man auch mit Fisch krumme Geschäfte machen kann. Den Holländern war es vorbehalten, jetzt diesen lukrativen Unternehmensbereich zu entaecken. 13 080 Kilogramm Scholle wurden angelandet und versteigert. Auf den Abrechnungsbelegen zur niederländischen EG-Fischfangquote verloren aber die verkauften Schollen an Gewicht. Nun sollten es nur noch 4000 Kilogramm gewesen sein.

Während in der Bundesrepublik und Großbritannien Kapazitäten abgebaut und Arbeitskräfte freigestellt wurden, florierte das holländische Fischfanggewerbe. Das ist nun vorbei, der Europäische Gerichtshof wird es wohl richten. Den Zehnerclub muß es schmerzlich treffen, daß ausgerechnet die um Europa bemühte niederländische Regierung durch bewußte Untätigkeit an der sonderbaren Existenzsicherung der Kutterkapitäne teilgenommen hat. rw