Um die in den letzten Jahren in der Bundesrepublik angebotenen Beteiligungen an sogenannten Energiefonds ist es still geworden. Die wenigsten haben bisher die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt.

In den letzten zehn Jahren haben deutsche Kapitalanleger rund 2,5 Milliarden Mark in die Öl- und Gas-Exploration investiert. Unmittelbar nach der Ölkrise im Jahre 1973 war es relativ einfach, Geld für diesen Zweck locker zu machen. Schließlich lockten nicht nur rasche Gewinne, außerdem wurden Steuervorteile versprochen.

Was ist daraus geworden? Hans-Dieter Meyerhoff zieht in dem von ihm mitverfaßten Buch „Steuern, die Vermögen werden?“ (erschienen bei der mvg, moderne verlags gesellschaft, Landsberg am Lech, in der 8. aktualisierten Auflage, Preis 48 Mark) eine vorläufige Bilanz:

„Nur bei wenigen Beteiligungsangeboten ging die Rechnung in etwa auf. In einigen negativen Fällen wurde inzwischen klar, daß die deutschen Initiatoren von ihren amerikanischen bzw. kanadischen Geschäftspartnern schon bei den Vertragsabschlüssen übervorteilt und manchmal hereingelegt wurden. In anderen Fällen erwiesen sich geologische Expertisen – wie so oft in der Ölindustrie – als viel zu optimistisch. Die Bohr-, Kosten- und technischen Risiken wurden falsch eingeschätzt und die angenommenen wirtschaftlichen Perspektiven mußten nach unten korrigiert werden.“

Und weiter: „Der Anlage-Boom der Energiefonds in Deutschland hat vielen Anbietern den wirtschaftlichen Blick (und besonders den Weitblick) vernebelt. Die Kritikfähigkeit stand oft hinter dem Optimismus zurück. Ein wirklicher Leistungswettbewerb war zunächst praktisch nicht gegeben; er spielte sich nur auf dem Papier in Prospekten ab. Die Anleger-Millionen saßen recht locker; und welcher Anleger konnte in diesem komplizierten und komplexen Investitionsbereich schon die Spreu vom Weizen unterscheiden?“

Die Enttäuschungen über die Fehlschläge, auch die eingeschränkten Steuersparmöglichkeiten, haben dazu geführt, daß Öl- und Gasbeteiligungen am Steuersparmarkt heute nur noch eine untergeordnete Bedeutung besitzen.

Die Lehndorff-Vermögensverwaltung, seit 1965 als aktive Immobiliengesellschaft auf dem nordamerikanischen Markt erfolgreich tätig – heute wird von ihr ein Anlegerkapital von rund einer Milliarde Dollar verwaltet –, ist erst ins Ölgeschäft eingestiegen, als der große Boom vorüber war. Doch es waren nicht nur die Öl- und Gaspreise gefallen, sondern auch die Bohrkosten sowie der Aufwand für Förderrechte. Aus der Öl- und Gasindustrie waren überdies beträchtliche Finanzmittel abgezogen worden. Für die Lehndorff-Manager war damit der Zeitpunkt gekommen, ihren Klienten Beteiligungsmöglichkeiten im Ölgeschäft anzubieten. Bis Ende 1983 waren bereits mehr als 18 Millionen Dollar in mehreren Beteiligungsgesellschaften investiert. Ziel dieser Gesellschaften ist es, innerhalb von vier Jahren die investierten Gelder zurückzuzahlen. Was danach kommt, ist für die Investoren Gewinn.